Dank Rover-Verkauf BMW verfünffacht Gewinn
München - Der bayerische Autobauer hat dank der Trennung von Rover im ersten Quartal einen Gewinnsprung verzeichnet. Der Überschuss habe sich von 87 auf 409 Millionen Euro (800 Millionen Mark) fast verfünffacht, teilte BMW am Donnerstag in München mit. Es war der erste Quartalsbericht, den BMW jemals vorgelegt hat.
Der Umsatz stieg um gut sieben Prozent auf knapp 9,4 Milliarden Euro. In wichtigen Regionen sei er trotz der generellen Autoflaute sogar um 33,5 Prozent gestiegen. Der Absatz der Marke BMW wuchs in den ersten drei Monaten um knapp zehn Prozent auf gut 221.000 Fahrzeuge.
Mit den Ergebnissen übertraf der Konzern die Erwartungen der meisten Analysten. Auch für das Gesamtjahr gab sich BMW-Chef Joachim Milberg optimistisch. Der Aktienkurs stieg um zwischenzeitlich drei Prozent an.
Man gehe davon aus, dass die erfolgreiche Entwicklung auch im vollen Geschäftsjahr fortgesetzt werde, hieß es. Dies würde neue Rekorde bei den wichtigsten Kennziffern bedeuten. Allerdings wies der Konzern darauf hin, dass insbesondere in der zweiten Jahreshälfte Kosten für den Ausbau der Produktpalette, den Modellwechsel beim 7er-BMW und den Anlauf des neuen Mini zu berücksichtigen seien.
BMW war durch Rover in eine schwere Krise geraten, die 1999 zu Milliardenverlusten führte. Im Mai 2000 verkaufte der Konzern die britische Tochter für den symbolischen Preis von zehn Pfund an das britische Phoenix-Konsortium. Ende Juni wurde dann auch Land Rover an den Ford-Konzern abgegeben.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg in den ersten drei Monaten vor allem auf Grund des Rover-Effekts um 333 Prozent auf 853 Millionen Euro (knapp 1,7 Milliarden Mark). Bei BMW-Autos wuchs es aber auch um 44,7 Prozent auf 813 Millionen Euro.
Das starke Gewinnwachstum wird sich nach Einschätzung von Analysten in den kommenden Quartalen abschwächen, da der Sondereffekt durch Rover in der zweiten Jahreshälfte entfällt.
Negativ belastet wurde das Quartalsergebnis von einer überdurchschnittlich hohen Steuerquote. Die Steuern auf das Ergebnis vervierfachten sich auf 444 Millionen Euro. Der Konzern begründete dies mit Einmaleffekten im Zuge der Steuerreform.