Das neue Geld Rechenfehler, Verwechslungen, Wartezeiten
Hamburg - Frank Scheibner staunte nicht schlecht. 293,97 Euro, so stand es schwarz auf weiß auf seinem Kontoauszug, sollte er am 1.Januar angeblich aus einem Geldautomaten der Deutschen Bank 24 in Berlin gezogen haben. Ein ziemlich schräger Wert, fand der Hamburger, und konnte sich zudem nicht an einen solchen Euro-Segen erinnern. Tatsächlich hatte er nur 150 Euro abgehoben. Auch Norbert Spitz aus Kamp-Lintfort schluckte beim Blick auf den Auszug. Auch er hatte am 1. Januar Geld abgehoben 500 Euro. Die Bank buchte ihm dafür genau 977,92 Euro vom Konto ab.
Einigen tausend Deutsche-Bank-24-Kunden erging es in den letzten Tagen wie Spitz und Scheibner. Ein Softwarefehler in der Frankfurter Zentrale hatte dafür gesorgt, dass die abgehobenen Euro-Beträge noch einmal mit dem Euro-Kurs multipliziert wurden. Ein bedauerlicher Fehler, so ein Bank-Sprecher. Den Betroffenen sei das Geld schon nach wenigen Tagen zurückerstattet worden, ein Schaden entstehe ihnen nicht.
Arbeitsamt verwechselt Mark mit Euro
Mit kleinen Euro-Pannen kämpfte auch das Arbeitsamt in den ersten Tagen der neuen Währung. Rund 10.000 Empfänger des so genannten Überbrückungsgeldes guckten am zweiten Januar erstmal in die Röhre: Nur die Hälfte der erwarteten Unterstützung war auch tatsächlich auf ihren Konten gelandet. Auch hier: Ein einfacher Computerfehler. Die Beträge waren zwar in Euro errechnet, aber in Mark überwiesen worden. Die Bundesanstalt für Arbeit korrigierte die Panne prompt: Alle Differenzbeträge wurden bereits am Folgetag nachgezahlt.
Farbe und Zahl sind entscheidend
Pech hatte ein Verkäufer aus Euskirchen: Er verwechselte einen belgischen 100-Franc-Schein - Gegenwert etwa 2,50 Euro - mit einer 100-Euro-Note. Die beiden Kunden freute es: Sie bekamen nicht nur zwei Päckchen Zigaretten, sondern auch noch die 94 Euro Wechselgeld.
Italiener kämpfen mit dem Komma
Allein der Umrechnungskurs jagt vielen Italienern Angst ein ein Euro für fast 2000 Lira. Über Jahrzehnte hatten sie sich an die Millionen und Milliarden gewöhnt nun kommt das "kleine Geld". Und dann sind da noch die Cent-Beträge, die zu schaffen machen. Komma-Beträge gab es in Italien praktisch nie. Große Zeitungen erklären deshalb geduldig: "Bitte machen Sie nach dem geschriebenen Euro-Betrag einen Schrägstrich. Dann bitte schreiben sie den Cent-Betrag."
Österreich hatte es eilig
In Österreich kam selbst die Panne zu früh: Schon mehrere Stunden vor Mitternacht gaben die ersten Automaten Euro-Noten aus. Viele Pariser mussten dagegen auf die neue Währung warten. Auf den Champs Elysees waren die meisten Automaten in der Neujahrsnacht außer Betrieb oder gaben gar noch Francs aus.