Datenaffäre: Bahn-Chef Grube räumt Vorstand auf - DER SPIEGEL
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Datenaffäre Bahn-Chef Grube räumt Vorstand auf

Der Bahn-Vorstand wird offenbar kräftig umgebaut: Norbert Bensel und Otto Wiesheu sollen wegen der Spitzelaffäre laut einem Agenturbericht das Gremium verlassen. Bensel war Personalvorstand, der Ex-CSU-Politiker Wiesheu für Marketing und politische Beziehungen zuständig.
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Berlin - Wegen der Datenaffäre sollen Norbert Bensel und Otto Wiesheu den Bahn-Vorstand verlassen. Das berichtete die Nachrichtenagentur AP am Dienstagabend unter Berufung auf Insider. Es wurde erwartet, dass der Aufsichtsrat der Bahn AG am Mittwochvormittag die Auflösung der Verträge der beiden Manager beschließen würde.

Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" werden auch die Leiter der Bereiche Revision und Konzernsicherheit, Josef Bähr und Jens Puls, sowie der Korruptionsbeauftragte Wolfgang Schaupensteiner und Strategiechef Alexander Hedderich im Zuge der Affäre abgelöst. Personalvorstand Margret Suckale kam einer Ablösung aus dem Bahn-Vorstand zuvor und wechselt im Juli zu BASF.

Bensel war während der Datenaffäre Personalvorstand und ist jetzt für Logistik zuständig. Er bestreitet, von den Vorgängen gewusst zu haben. Wiesheu ist seit 2005 verantwortlich für Marketing und politische Beziehungen. Bahn-Chef Rüdiger Grube hat mehrfach erklärt, er wolle schnell und bedingungslos strukturelle und nötigenfalls auch personelle Entscheidungen treffen.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG beschäftigt sich am Mittwochvormittag mit der Datenaffäre im Konzern. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und die Rechtsanwälte Herta Däubler-Gmelin und Gerhart Baum legen Berichte zur Aufklärung der Affäre vor. Danach wollen der neue Bahn-Chef Grube und Aufsichtsratsvorsitzender Werner Müller die Presse informieren.

Grube will anschließend dem Verkehrsausschuss des Bundestages Rede und Antwort zu stehen. Die Bahn hatte in den vergangenen zehn Jahren mehrfach heimlich die Daten fast aller Mitarbeiter mit denen von Kunden und Lieferanten abgeglichen, um möglichen Korruptionsdelikten auf die Spur zu kommen. Prominentestes Opfer der Affäre wurde Hartmut Mehdorn, der Ende März unter politischem Druck seinen Rücktritt anbot.

Die Führung der Bahn selbst hatte die Konzernrevision für zahlreiche dieser Untersuchungen verantwortlich gemacht; ihr Leiter Josef Bähr wurde im Winter bereits beurlaubt.

ore/AP