Dauerkrise: Motorola tauscht Chef aus - DER SPIEGEL
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Dauerkrise Motorola tauscht Chef aus

Chefwechsel bei Motorola: Der Vorstandsvorsitzende Ed Zander tritt zurück, sein Nachfolger wird der bisherige Geschäftsführer Greg Brown. Vor ihm liegt eine schwierige Zeit, Motorola steckt in der Dauerkrise.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg – Aktienkurse können ziemlich gnadenlos über das Prestige von Managern Auskunft geben: Kaum wurde bekannt, dass Motorola-Chef   Ed Zander seinen Posten aufgibt, legten die Papiere des US-Handyherstellers vorbörslich auch schon um sieben Prozent an Wert zu. Zander geht schon zum ersten Januar 2008. Der 60-Jährige bleibe aber noch bis zur Hauptversammlung im Mai Vorsitzender des Verwaltungsrats, erklärte das Unternehmen.

Der 47-jährige Nachfolger für den Vorstandsvorsitz, Greg Brown, ist seit 2003 im Unternehmen. Er hatte verschiedene Managerposten inne, seit März führt er die operativen Geschäfte. Nun soll er Motorola als oberster Chef endlich aus der Krise führen, in der sich das Unternehmen seit geraumer Zeit befindet.

Im dritten Quartal schaffte es der Hersteller nur knapp in die schwarzen Zahlen. In nur einem Jahr ist der Marktanteil der Amerikaner zudem von 20,7 Prozent auf 13,1 Prozent abgesackt, das Unternehmen verlor damit seine Stellung als zweitgrößter Handyhersteller an Samsung  . Von Motorolas Schwäche profitierte vor allem die weltweite Nummer eins Nokia  . Die Finnen beherrschen inzwischen 28,1 Prozent des globalen Marktes.

Branchenexperten zufolge fehlt Motorola ein ausreichend breites Produktportfolio. Für frühere, sehr erfolgreiche Handy-Modelle fand der Hersteller keine zugkräftigen Nachfolger. Zander stand intern wie auch bei Anlegern heftig in der Kritik. Er fand kein Rezept, um die Talfahrt zu stoppen. Der als aggressiver Investor bekannte Milliardär Carl Icahn hatte wiederholt eine Aufspaltung des Unternehmens und einen Sitz im Verwaltungsrat für sich gefordert. Icahn ist mit einigen Prozent an Motorola beteiligt.

ase/dpa/Reuters