David-Goliath-Modell: Sportwagenschmiede kauft Saab - DER SPIEGEL
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David-Goliath-Modell Sportwagenschmiede kauft Saab

Nach langer Suche hat General Motors einen ernsthaften Interessenten für seine schwedische Tochter Saab gefunden. Der Luxussportwagen-Bauer Koenigsegg unterschrieb einen Vorvertrag. Die Saab-Leute werden sich umgewöhnen müssen: Der neue Eigner verkauft gerade einmal 20 Autos pro Jahr.
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Zürich - Es ist ein Geschäft, das schnell über die Bühne gehen soll: Noch im dritten Quartal will der Luxuswagenhersteller Koenigsegg die schwedische Tochter von General Motors (GM), Saab, übernehmen. Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterzeichnet worden, teilte die GM am Dienstag in der Europazentrale in Zürich mit. Koenigsegg war schon in den vergangenen Tagen als favorisierter Käufer gehandelt worden.

Saab-Museum: General Motors leistet zunächst noch Schützenhilfe

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Foto: Bob Strong/ REUTERS

Der geplante Verkauf stützt sich auf einen Kredit der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 600 Millionen Dollar, für den die schwedische Regierung bürgen soll. Des Weiteren wird die bisherige Mutter GM die Geschäftstätigkeit von Saab weiterhin unterstützen, etwa durch die Lieferung von Antriebstechnik. Zudem sieht die Vereinbarung vor, dass die nächste Generation des Saab-Modells 9-5 weiterhin am Produktionsstandort Trollhättan vom Band läuft.

Koenigsegg gilt als ungewöhnlicher Käufer für Saab. Die exklusive Sportwagenmanufaktur wurde 1994 von Christian von Koenigsegg gegründet und beschäftigt gerade einmal 45 feste Mitarbeiter. Das im südschwedischen Ängelholm ansässige Unternehmen baut mit die schnellsten Sportwagen der Welt. Im vergangenen Jahr wurden rund 20 Exemplare abgesetzt. Miteigner ist der rennbegeisterte norwegische Designer Bard Eker. Er verfügt dem Vernehmen nach aber bei weitem nicht über die Mittel zur Rettung von Saab.

Saab war zum Jahresende 2008 vom US-Mutterkonzern zum Verkauf gestellt worden. Im Februar musste die schwedische Tochter Insolvenz , der Mutterkonzern beantragte Anfang Juni Gläubigerschutz. GM war 1990 bei Saab eingestiegen und hatte die schwedische Traditionsmarke im Jahr 2000 vollständig übernommen. Seit 1996 hat Saab für das Mutterunternehmen keine Gewinne mehr eingefahren. Saab beschäftigt in Schweden knapp 3500 Mitarbeiter und hat im vergangenen Jahr rund 93.000 Wagen verkauft.

Aus der Konzernzentrale in Trollhättan war in den vergangenen Jahren aber immer wieder zu hören, dass zum Überleben mindestens 150.000 Wagen pro Jahr gebaut werden müssten. Mittlerweile hat Saab einen Schuldenberg von zehn Milliarden Kronen (900 Millionen Euro) angehäuft. Mit 90 Prozent davon stehen die Schweden beim Mutterkonzern in der Kreide.

mik/dpa-AFX