Davos: Stelldichein der Weltelite - DER SPIEGEL
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Davos Stelldichein der Weltelite

Ende Januar sind die Chefsessel der meisten Weltkonzerne leer. Die Bosse fliegen zum Weltwirtschaftsforum in Davos ein und besprechen, wo es in Wirtschaft und Politik langgeht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Davos - 1000 der einflussreichsten Manager treffen sich in Davos zum Gedankenaustausch mit Kollegen, Kunden und Konkurrenten, aber auch Politikern, Künstlern und Wissenschaftlern aus aller Welt. Seit den Anfängen 1971 hat sich das Forum zu einem einzigartigen Treffen für die Wirtschafts- und Politelite aus aller Welt entwickelt.

Längst gehören Minister, Regierungschefs und Präsidenten zu den regelmäßigen Besuchern. In der lockeren Atmosphäre von Davos soll schon so mancher Wirtschaftsdeal, aber auch politische Annäherung vorbereitet worden sein. Dazu gehörte etwa 1989 die Begegnung des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU) mit dem letzten SED-Ministerpräsidenten der DDR, Hans Modrow, die die deutsch-deutschen Beziehungen entscheidend voranbracht haben soll.

Teure Angelegenheit

Die Anfänge des Forums waren bescheiden. Der junge deutsche Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab organisierte auf eigenes finanzielles Risiko eine Konferenz über amerikanische Management-Methoden für europäische Unternehmer. Die Idee eines ungezwungenen Treffens für Wirtschaftsbosse kam an.

Schwab verlagerte den Themenschwerpunkt auf allgemeine wirtschaftliche und politische Fragen und gründete eine gemeinnützige Stiftung zur Ausrichtung des Forums. Inzwischen reißen sich die Manager nach Angaben des Forums darum, eingeladen zu werden. Der Anlass ist nicht billig: Mitglieder der Stiftung, die einen Jahresbeitrag von 26.000 Franken (knapp 34.000 Mark) bezahlen, müssen 10.000 Franken für die Woche berappen, Nichtmitglieder 24.000 Franken.