Davos Wasserwerfer im Schnee
Davos - Ungeachtet eines Demonstrationsverbots protestierten zwar mehrere Hundert Menschen in Davos gegen das Forum. Zu den befürchteten Ausschreitungen kam es jedoch nicht. Am Marsch zum Kongresszentrum wurden die Demonstranten von der Polizei mit Wasserwerfern gehindert, die Kundgebung löste sich langsam auf. Im nahe gelegenen Ort Landquart kam es allerdings zu heftigeren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Die Beamten setzten Tränengas und Gummigeschosse gegen rund 600 teils vermummte Forumsgegner ein. Die Polizei rechtfertigte den Einsatz damit, dass die Beamten von Demonstranten mit Stöcken angegriffen worden seien.
Auch mit Sitzblockaden auf zwei Autobahnen protestierten die Globalisierungsgegner gegen das Weltwirtschaftsforum. Davos war weiträumig abgeriegelt, der Zugverkehr blieb für zehn Stunden eingestellt. Auf der Straße wurden Demonstranten an Kontrollpunkten abgewiesen.
"Von einer globalen Rezession sind wir weit entfernt."
Auf dem Forum erklärte der stellvertretende Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Stanley Fischer, die Zukunft der Weltwirtschaft hänge in bedeutendem Maße von den USA ab. Auf Grund der Abkühlung der US-Wirtschaft werde der IWF seine Prognose über das Wachstum der Weltwirtschaft nach unten korrigieren. Vermutlich werde der Wert von 4,2 auf 3,5 Prozent herabgesetzt, sagte Fischer, betonte jedoch zugleich: "Von einer globalen Rezession sind wir weit entfernt."
Bundesfinanzminister Hans Eichel und sein französischer Kollege Laurent Fabius riefen die Opec-Staaten auf, von weiteren Kürzungen der Ölproduktion abzusehen. Eichel forderte eine Stabilisierung des Ölpreises auf dem derzeitigen Niveau. Asiatische Staats- und Regierungschefs machten auf dem Forum die Globalisierung für die Finanzkrise in ihren Ländern Ende der neunziger Jahre verantwortlich. Ohne jede Regulierung führe die Globalisierung sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene zu einer Verbreiterung der Kluft zwischen Arm und Reich, sagte der ehemalige philippinische Präsident Fidel Ramos.