Dax-Neugewichtung: T-Aktie stürzt treppab - DER SPIEGEL
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Dax-Neugewichtung T-Aktie stürzt treppab

Bei ihrem Sturz von Allzeittief zu Allzeittief kommt die T-Aktie zusätzlich unter Druck. Am Freitag verteilt die Deutsche Börse die Anteile der 30 Werte im Dax neu, die Telekom gehört nicht mehr zum Spitzen-Quartett.
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Frankfurt am Main - Von Freitag an wird die Deutsche Börse das Gewicht der Aktien in ihrem Standardwerte-Index auch daran messen, wie hoch der Anteil des Streubesitzes am Aktienkapital ist. Für Unternehmen wie Post  , oder die Telekom  , deren Aktien zu großen Teilen vom Staat gehalten werden, bedeutet die Umstellung, dass ihr Anteil sinkt.

Das Gewicht der Telekom, an der der Bund 42 Prozent besitzt, wird nach vorläufigen Daten von 7,26 auf 5,62 Prozent sinken. Von Platz zwei im Index fällt die T-Aktie bis auf Platz sechs zurück. Die endgültigen Gewichtungen will die Börse am Samstag auf Basis der Xetra-Schlusskurse vom Freitag nennen.

Fonds, die den Dax abbilden, müssen ihre T-Aktien zum Teil verkaufen und in die Titel investieren, die jetzt einen höheren Anteil gewinnen. Viele Fonds-Profis haben die Umstellung schon vollzogen. Die daraus resultierenden Verkäufe seien ein Grund für den derzeitigen Kursverfall der T-Aktie, sagt Fondsmanager Eicke Reneerkens von Union Investment.

Ein Frankfurter Händler urteilte: "Die Investoren sind smart genug, um zu wissen, dass sie kursschonender und mit einem geringeren Risiko umschichten können, wenn sie ihre Transaktionen über einen längeren Zeitraum strecken." Er erwarte daher keine großen Verwerfungen mehr, wenn die Umstellung greife. Am Freitag und am Montag könne es aber noch zu stärkeren Kursbewegungen kommen, hieß es von anderen Händlern.

"Die Umstellung auf Streubesitz wird die Indizes 'ehrlicher' machen, weil nicht mehr alle zum Handel zugelassenen Aktien in der Berechnung der Indizes berücksichtigt werden, sondern nur noch die tatsächlich an der Börse verfügbaren Titel", sagte Fondsexperte Reneerkens. So verhindere ein Index-Anbieter, dass für Aktien mit hoher Marktkapitalisierung und gleichzeitig geringem Streubesitz eine künstliche Nachfrage und entsprechend ein zu hohes Preisniveau geschaffen werde.

Mit der Gewichtung nach Streubesitz, die bereits im August 2000 angekündigt worden war, folgt die Deutsche Börse Index-Anbietern wie Morgan Stanley oder Dow Jones. Bei der künftigen Berechnung nach Streubesitz ist nur noch der Wert der Anteile von Aktionären maßgeblich, die weniger als fünf Prozent der Titel eines Unternehmens halten. Bei Gesellschaften mit Vorzugs- und Stammaktien wird nur noch die liquideste Aktiengattung berücksichtigt.

Von der Neugewichtung sind nicht nur die Unternehmen mit hohem Staatsanteil betroffen, sondern auch Konzerne mit privaten Großaktionären wie die Münchener Rück, BMW und VW. Dagegen profitieren Unternehmen mit einer hohen Zahl von Kleinaktionären. Nach der Umstellung wird Siemens das größte Schwergewicht im Dax sein und den bisherigen Spitzenreiter Allianz verdrängen, der auf Platz fünf zurückfällt. Auf den Plätzen zwei, drei und vier landen nach vorläufigen Zahlen die Deutsche Bank  , DaimlerChrysler   und E.ON  .