Dax-Reform: Gnadenfrist für MLP - DER SPIEGEL
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Dax-Reform Gnadenfrist für MLP

MLP hat wieder einmal den Klassenerhalt im Dax geschafft, der Nivea-Hersteller Beiersdorf und T-Online müssen warten. Im MDax dürfte es dagegen bald Bewegung geben.
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Frankfurt am Main - MLP bringt nach dem rasanten Kursverfall zwar eigentlich nicht mehr genug Börsen-Gewicht mit, um weiterhin im Deutschen Elite-Index gelistet zu sein. Dem Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse mangelt es aber angeblich an geeigneten Alternativkandidaten, die das Leichtgewicht ersetzen könnten.

Die Aktie von MLP   reagierte am Freitag mit Kursgewinnen auf die Entscheidung. "Möglicherweise haben einige Anleger auf eine negative Entscheidung spekuliert und kaufen jetzt die Aktie nach nach", sagte Karsten Keil, Analyst der Helaba. Die positive Grundstimmung des Marktes führt Keil vielmehr auf die guten Indikationen des Unternehmens zum ersten Quartal zurück. Ende Mai wird MLP seinen Quartalsbericht vorlegen. Das Unternehmen hatte bereits vor wenigen Wochen angedeutet, dass eine Stabilisierung zu erwarten sei.

Beiersdorf und T-Online bleiben außen vor

Wegen seines niedrigen Börsenwertes gilt der Dax-Verbleib von MLP seit Monaten als gefährdet. Um dem Club der 30 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften anzugehören, muss ein Wert nach Handelsumsatz und Marktkapitalisierung (Aktienanzahl multipliziert mit dem Kurs) zu den 35 größten gehören. MLP erreichte bei der Marktkapitalisierung zuletzt nur Rang 51.

Doch aus Sicht des Arbeitskreises Aktienindizes der Deutschen Börse gibt es derzeit keinen Ersatzkandidaten für MLP. Grund: Der im MDax notierte Nivea-Hersteller Beiersdorf   gilt schon seit vielen Monaten als Übernahmekandidat, und gegen den im TecDax geführten Online-Anbieter T-Online   sprechen sowohl der geringe Anteil an frei handelbaren Aktien sowie der große Einfluss der Muttergesellschaft Telekom.

MDax: Fielmann und Buderus mögliche Nachrücker

Dagegen könnten der Haarpflegespezialist Wella   und der Heizungsbauer Buderus   im Falle ihrer Übernahme aus dem Mdax für mittelgroße Werte klassischer Branchen entfernt werden. Dann dürfte zunächst die Aktie der Optiker-Kette Fielmann   aufrücken. An zweiter Stelle steht die Beteiligungsgesellschaft Indus Holding  . Voraussetzung ist, dass Buderus oder Wella zu mehr als 95 Prozent übernommen werden. Die Änderungen im Mdax würden am 23. Juni wirksam.

Für Wella liegt ein Übernahmeangebot des US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble vor, für Buderus interessiert sich der Bosch-Konzern. Die Wella-Aktionäre müssen über die Offerte bis zum 28. Mai, die Buderus-Anteilseigner bis zum 13. Juni entscheiden.