Dax und Dow: Chinas Konjunkturprogramm treibt Börsen an - DER SPIEGEL
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Dax und Dow Chinas Konjunkturprogramm treibt Börsen an

Chinas Regierung will neues Geld in die Wirtschaft pumpen - das lässt die Börsenkurse weltweit steigen. Der deutsche Aktienindex Dax schloss erstmals seit drei Tagen wieder im Plus und kletterte über die Marke von 3800 Punkten. Auch der Dow Jones erholte sich und legte über zwei Prozent zu.
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Hamburg - Nach drei Verlusttagen in Folge ist der Dax   am Mittwoch mit deutlichen Gewinnen aus dem Handel gegangen. Der deutsche Leitindex verbuchte ein Plus von 200,22 Punkten oder 5,42 Prozent und kletterte auf 3890,94 Zähler. Damit übersprang der Dax zum ersten Mal seit dem Absturz zu Wochenbeginn wieder die Marke von 3800 Punkten.

Beste Werte im Dax waren Salzgitter   und MAN   mit jeweils rund elf Prozent, ThyssenKrupp   mit über zehn Prozent sowie Daimler und BMW mit fast zehn Prozent Zuwachs. Als einziger Wert knapp im Minus lag Fresenius Medical Care  . Auch die Kurse der mittleren Unternehmen und die Technikbranche zeigten sich deutlich freundlicher: Der MDax   schloss 4,56 Prozent im Plus bei 4.556,87 Punkten, der TecDax   erreichte mit 439,67 Zählern ein Plus von 4,69 Prozent.

Zwar sanken die Kurse im Späthandel noch leicht ab, doch das trübte die gute Laune in Frankfurt nicht. Als Grund für den starken Kursanstieg verwiesen Börsenhändler auf Hoffnungen, dass die chinesische Regierung ihr geplantes Konjunkturprogramm von 470 Milliarden Euro ausweiten könnte.

Das zusätzliche Geld soll vor allem in Infrastrukturmaßnahmen und in die verarbeitende Industrie fließen, sagte ein hochrangiger Vertreter der nationalen Kommission für Entwicklung und Reform am Mittwoch in Peking. Daneben soll auch das Sozialwesen der Volksrepublik durch die Ausgaben gestärkt werden.

Unabhängig von den positiven Entwicklungen gab die Deutsche Börse am Mittwochabend die neue Zusammensetzung ihrer Indizes bekannt. Die Aktien des Chip-Herstellers Infineon   Technologies und der Postbank   sind zukünftig nicht mehr Teil des Dax. An ihrer Stelle rücken das Gesundheitsunternehmen Fresenius   und der Rückversicherer Hannover Rück  in den Leitindex auf.

Die Herausnahmen erfolgten auf Basis der sogenannten Fast-Exit-Regel, da beide Aktien hinsichtlich ihrer Marktkapitalisierung die Kriterien für einen Verbleib im Dax nicht mehr erfüllten, heißt es in der Mitteilung der Deutschen Börse. Die Postbank wird in den MDax aufgenommen und ersetzt die Aktie von Fresenius, Infineon ist künftig im TecDax registriert.

Die US-Börsen wurden neben den Nachrichten aus China durch den Anstieg der Ölpreise zusätzlich beflügelt. Der Dow Jones   schloss mit einem Plus von 2,2 Prozent bei 6875 Punkten.

Die Technologiebörse Nasdaq Stock Market  notierte am Mittwochabend 2,5 Prozent im Plus bei 1353 Punkten. "Was gute Nachrichten für China sind, ist gut für die Welt", erklärte Paul Mendelsohn von Windham Financial Services die bessere Stimmung der Anleger in New York. So stiegen die Aktien des US-Unternehmens Caterpillar  , das viele seiner Baumaschinen nach China exportiert, um über 13 Prozent im Kurs.

Durch die positiven Signale der chinesischen Regierung legte der Hauptindex in Shanghai 6,1 Prozent zu, der Hang Seng in Hongkong schloss 2,5 Prozent fester. Der Nikkei   in Tokio ging 0,9 Prozent stärker bei 7.290,96 Punkten aus dem Handel.

Auch die europäischen Börsen zeigten positive Tendenzen: Der EuroSTOXX 50 schloss 4,22 Prozent höher bei 1.943,46 Punkten. Der britische FTSE 100  stieg um 3,81 Prozent auf 3.645,87 Punkte. In Paris kletterte der CAC 40   um 4,74 Prozent auf 2.675,68 Zähler.

hut/dpa/ap/reuters