Debatte über Mitbestimmung: Schrempp watscht Rogowski ab - DER SPIEGEL
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Debatte über Mitbestimmung Schrempp watscht Rogowski ab

DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp hat sich hinter das deutsche Modell der Mitbestimmung in Unternehmen gestellt. Die Kritik des Industrielobbyisten Michael Rogowski an Arbeitnehmervertretern in Aufsichtsräten hält der Topmanager für unbegründet.
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Hamburg - Dem Hamburger Magazin "Stern" sagte Schrempp, er habe "alles in allem mit der Mitbestimmung sehr gute Erfahrungen gemacht". Sowohl als Vorstandsvorsitzender von DaimlerChrysler   als auch zuvor als Chef der Dasa habe er es auf der Arbeitnehmerseite insgesamt immer mit sehr kompetenten Menschen zu tun gehabt, die mit dem Unternehmen und dessen Erfolg eng verbunden gewesen seien. "Ich bin damit gut gefahren", fügte Schrempp hinzu."

Im Gegensatz zum Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, der vorige Woche die Mitbestimmung als "Irrtum der Geschichte" bezeichnet hatte, sagte Schrempp: "Bei uns funktioniert sie jedenfalls hervorragend". Obwohl die Mitbestimmung vielfach als Hemmnis für Einstellungen genannt wird, hat DaimlerChrysler nach Schrempps Worten in diesem Jahr weltweit 7000 neue Arbeitsplätze geschaffen, davon 2000 in Deutschland. "Im nächsten Frühjahr werden im Werk Rastatt nochmals 800 Menschen eingestellt", kündigte der Vorstandschef an.

Auch für die Vizevorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, Margret Mönig-Raane, ist die Mitbestimmung kein Standortnachteil. Wenn ausländische Investoren richtig informiert würden, sei die Mitbestimmung sogar ein Vorteil für Deutschland, sagte die Gewerkschafterin am Mittwoch im Deutschlandfunk. Die Ursachen der aktuelle Wirtschaftslage und der Krisen bei Opel und KarstadtQuelle   lägen nicht im deutschen Betriebsverfassungsrecht. Schuld seien vielmehr die Wirtschafts- und Steuerpolitik sowie die mangelnde Kaufkraft der Verbraucher.