Demontage
Die Maschinen kamen aus Deutschland. Sie liefen auf Reparationskonto. Dänemark war der Empfänger. Aber kein glücklicher. Ein Teil der Maschinen mußte billiger verkauft werden als die Transportgebühren und die Zolltarife ausmachten. Die Rechnung ging nicht auf.
Hinfort wollen die Dänen die ihnen zugedachten demontagereifen Maschinen an Ort und Stelle besichtigen, bevor sie auf die Reise nach Norden geschickt werden. Dänische Ingenieure sind bereits unterwegs, um in Deutschland nach brauchbaren Maschinen auszuschauen.
In Mülheim/Ruhr war über einen Teil des Radial-Walzwerks für große Trommeln der »Rheinischen Röhrenwerke« das Demontageurteil gefällt worden. Jetzt wurde das Verschickungsurteil in eine Geldstrafe umgewandelt. Die britische Militär-Regierung ließ die Werksleitung wissen, sie könne ihre Werksanlagen für 2,8 Millionen D-Mark von der Demontage freikaufen. Die »Rheinischen Röhrenwerke« wollen. Die Millionen hoffen sie aus Marshall-Krediten zu bekommen.
In Frankfurt/Main nannte Englands erster Deutschland-Minister John Hynd die Demontage überholt. Er persönlich glaube jetzt überhaupt an ihre baldige Einstellung.
Für ein schnelles Demontage-Ende setzte sich auch Senatsrat Walter Schmitt ein, der Leiter der Demontageabteilung beim Bi-Wirtschaftsamt. General Robertson, so meinte er, beziehe sich bei allen Verhandlungen stets auf die internationalen Verpflichtungen. Tatsächlich aber bestehe die Möglichkeit, die Demontagen einzustellen oder abzuschwächen. Der kühne Frankfurter ging noch weiter. In einigen Punkten, so wollte er berechnet haben, sei der Demontageplan »absolut tödlich«.