Der China-VW: Noch billiger als der Lupo - DER SPIEGEL
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Der China-VW Noch billiger als der Lupo

Der Volkswagen-Konzern will mit einem Kleinwagen aus China den Weltmarkt erobern. An dem anvisierten Preis haben die Ingenieure allerdings noch zu knacken.
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Peking - Monatelang spekulierten Branchenkenner über das Projekt - nun lüftete in Peking VW-Chinachef und Audi-Vorstand Erich Schmitt erstmals den Schleier. Der Start des Kleinwagens, der noch preisgünstiger als der knapp 19.000 Mark teure Lupo werden soll, ist für 2004 und 2005 anvisiert. Das Absatzpotenzial allein in China wird mit rund 300.000 Autos veranschlagt.

Das neue Auto soll ein vollwertiger Viersitzer werden, mit allen Sicherheitsstandards wie Airbag ausgestattet sein und nur wenig Benzin verbrauchen. Um die breiten Massen in Asien, Afrika, Amerika und Europa als Autokäufer zu gewinnen, peilt VW-Chef Ferdinand Piech ehrgeizige Preisziele an, die von Branchenkennern mit 13.000 Mark für den deutschen Markt angegeben werden. Ingenieure und Kostenplaner im Volkswagen-Konzern hätten da noch manche Nuss zu knacken, um die Vorstellungen des Konzernchefs zu erfüllen, hieß es in Branchenkreisen. Noch ist das Projekt von den zuständigen Unternehmensgremien nicht endgültig beschlossen worden.

Im wenig motorisierten China, in dem die Autopreise durch hohe Zulassungsgebühren künstlich hochgehalten werden, wird gegenwärtig von betuchteren Privatkunden ein Preis von deutlich unter 27.000 Mark für ein Auto als erschwinglich angesehen. Der neue VW soll hier rund 19.000 Mark kosten.

Volkswagen und Audi sind in China bereits die beliebtesten Automarken: Jedes zweite Fahrzeug trägt das VW- oder Audi-Zeichen. VW-Chef Ferdinand Piech sieht enorme Wachstumschancen in dem aufstrebenden Land und treibt mit Macht den Ausbau der Produktionspalette in China voran. Durch den geplanten Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO steht Chinas Wirtschaft vor großen Umwälzungen.

In den kommenden Jahren rechnen Fachleute mit einer breiten, wenn auch schrittweisen Öffnung des Marktes, der bislang mit hohen Importzöllen abgeschottet wird. Große Autokonzerne wie DaimlerChrysler, General Motors, Ford, Toyota und Citroen stecken derzeit ihre Reviere neu ab und investieren hohe Summen in Produktionsstätten, um Marktanteile zu sichern.

"Wir wollen die Nummer eins in China bleiben", sagte Schmitt. Automobilexperten rechnen für die kommenden fünf Jahre mit einer Verdoppelung des chinesischen Automarktes von derzeit 600.000 Neuzulassungen auf mehr als 1,2 Millionen Fahrzeuge. Im laufenden Jahr will der VW-Konzern dort 335.000 bis 350.000 Autos verkaufen und einen Umsatz von rund zehn Milliarden Mark erzielen.