HYPO-AFFÄRE Der Nächste bitte
Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen überprüft derzeit, ob es Joachim Hausser, den Vorstandschef der Hypothekenkreditbank (HKB), von seinem Amt abberufen muss. Hausser war Vorstandsmitglied der ehemaligen Hypobank, schied aber nach der Übernahme des Instituts durch die Vereinsbank aus dem Gremium aus. Seither führt er die in Hallbergmoos bei München ansässige und von der HypoVereinsbank völlig unabhängige HKB, an der er auch persönlich beteiligt ist. Zusammen mit allen anderen Ex-Vorständen der Hypobank verantwortet er jedoch die vor zwei Wochen von Sondergutachtern für nichtig erklärte 1997er Bilanz der Hypo (SPIEGEL 43/1999). Darin sind 3,6 Milliarden fauler Immobilienkredite nicht ausgewiesen. Nach der Veröffentlichung des Gutachtens sind die vier aus der Hypobank kommenden Vorstände der HypoVereinsbank zurückgetreten - und zwar auf maßgeblichen Druck des Bundesaufsichtsamtes. Die Bankaufseher hatten dem Vorstand und dem Aufsichtsrat des Kreditinstituts sowie den Betroffenen deutlich zu verstehen gegeben, dass sie eine Abberufung der ehemaligen Hypo-Vorstände in Erwägung ziehen, sollten diese nicht freiwillig zurücktreten, berichten Insider. Auch die Allianz, die 18 Prozent an der Fusionsbank hält, wollte sich daraufhin nicht die Blöße geben, vier Vorstände zu behalten, die womöglich kurz darauf von der Bankenaufsicht ihres Amts enthoben werden. Hausser ist nun der einzige noch als Bankvorstand tätige ehemalige Vorstand der Hypobank.