TELEKOMMUNIKATION Desaster bei Global One
Der Versuch der Deutschen Telekom, im internationalen Telefongeschäft Fuß zu fassen, ist fürs erste gründlich gescheitert. Erst 2001 soll das Joint-venture »Global One« mit France Télécom und der US-Firma Sprint bei einem erwarteten Umsatz von knapp fünf Milliarden Mark bescheidene Gewinne bringen. Doch bis dahin wird die 1997 gestartete Firma, die multinationale Großunternehmen mit weltweit einheitlichen Telefondiensten versorgen soll, voraussichtlich einen Verlust von rund 3,8 Milliarden Mark angehäuft haben. Für knapp ein Drittel davon muß Telekom-Chef Ron Sommer aufkommen, das geht aus einem Vorstandspapier der Telekom hervor. Hauptgrund für die enormen Anlaufverluste sind völlig unterschiedliche Netztechniken und Abrechnungssysteme der Bündnispartner in den 25 Ländern, in denen Global One Dienste anbietet. Sie müssen mühsam vereinheitlicht werden. Zudem setzte die Telefonallianz zunächst auf eine falsche Strategie und wollte sogar Privatkunden bedienen. Die jetzt gemeinsam beschlossene »strategische Neuausrichtung« sieht eine »deutliche Reduzierung des unrentablen Privatkundengeschäfts« vor. Statt dessen soll die Konzentration auf Großunternehmen wie etwa Banken die »unbefriedigende Umsatz- und Ergebnissituation« in den nächsten zwei Jahren beenden.