Detektiv bespitzelte Mitarbeiter - DER SPIEGEL
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DRESDNER BANK Detektiv bespitzelte Mitarbeiter

• aus DER SPIEGEL 41/2000
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Unter der Führung ihres ehemaligen Vorstandschefs Bernhard Walter hat die Dresdner Bank mit Hilfe eines Privatdetektivs Mitarbeiter und Journalisten bespitzeln lassen. Das bestätigen hochrangige Manager der Bank gegenüber dem SPIEGEL. Der Detektiv habe schon vor weit über einem Jahr überprüft, ob Bankmitarbeiter von ihren Telefonen aus Journalisten angerufen haben. Ab Oktober 1999 sei der Detektiv von der Bank beauftragt gewesen, auch Journalisten zu bespitzeln. Er sollte herausfinden, woher zwei Redakteure des »Manager Magazin«, ein Korrespondent der »Wirtschaftswoche« und ein SPIEGEL-Redakteur ihre Informationen über die Bank beziehen. Der Dresdner-Bank-Kommunikationschef Siegfried Gutermann bestätigt die Kontakte seines Institutes zu dem Detektiv - wie auch die Existenz von Dossiers mit Recherche-Ergebnissen. Einen entsprechenden Ordner mit Unterlagen habe eine Bankmanagerin vor wenigen Wochen der Rechtsabteilung übergeben. Wie viel Geld der Detektiv für seine Tätigkeit bekommen hat, wollte die Bank nicht sagen. Der neue Chef der Dresdner Bank, Bernd Fahrholz, stellte seinen Vorgänger Walter am vergangenen Freitag zur Rede. Walter sagte zunächst, er könne sich eigentlich nicht an den Vorgang erinnern, ließ sich jedoch die Akte kommen. Seltsamerweise hat er dann jedoch laut Gutermann die Unterlagen nicht eingesehen. Walter will von der Beauftragung des Detektivs »mit Blick auf Nachforschungen gegenüber Mitarbeitern und Journalisten« nichts gewusst haben. Banksprecher Gutermann: »Wir können die Vorwürfe nicht dementieren.« Fahrholz kann sich nicht vorstellen, dass es zu solchen Aktionen gekommen ist. »Sie entsprächen weder dem Selbstverständnis der Bank noch meinem Verständnis vom Umgang mit der Presse.«

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