Deutsche Bahn: Bauindustrie rügt Ideenklau - DER SPIEGEL
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Deutsche Bahn Bauindustrie rügt Ideenklau

Bei der Vergabe von Bauaufträgen arbeitet die Deutsche Bahn offenbar mit Tricks und doppeltem Boden. Sie lässt sich einzelne Details von privaten Unternehmen vorplanen und gibt dann meist konzerneigenen Baufirmen den Zuschlag.
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München - Die Deutsche Bahn ist wegen dubioser Praktiken bei der Vergabe von Bauaufträgen ins Visier des Bundeskartellamtes geraten, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Anlass für die Untersuchung seien Beschwerden aus der Bauindustrie, nach denen bahneigene Firmen bei der Vergabe von Aufträgen bevorzugt würden. Leidtragende seien vor allem kleine und mittlere Betriebe.

Wettbewerb wird ausgehebelt

Stein des Anstoßes ist das so genannte "Last-Call-Verfahren", bei dem die Deutsche Bahn ihren Bau-Töchtern offenbar die Möglichkeit gibt, am Ende der Ausschreibung das Mindestgebot eines Unternehmens noch einmal zu unterbieten. Auf diese Weise würde der Wettbewerb ad absurdum geführt, rügt der Bundesverband der Deutschen Bauindustrie. Sein Resümee: "Eine Vergabeabsicht an die Privaten besteht nicht".

Know-how kommt den Bahn-Töchtern zugute

Ein weiterer Vorwurf gegen die Bahn betrifft den Ideen-Klau. Nach der Ausschreibung führe die Bahn mit privatwirtschaftlichen Bietern intensive Verhandlungen über Einzelheiten der technischen Abwicklung. Diese Gespräche schienen aber nur dazu zu dienen, Know-how und Ideen abzuschöpfen. Denn regelmäßig würden die Baufirmen dabei "Sondervorschläge und technische Alternativen" unterbreiten. Am Ende profitierten davon dann "in rechtswidriger Weise" die Tochterfirmen der Bahn, an die der Auftrag vergeben werde - "Eine bittere Erfahrung für die mittelständischen Anbieter", so die Bauindustrie.

Auch die Zahlungsmoral der Bahn wird von den Branchenvertretern gerügt. Während die Privatunternehmen viel zu lange auf ihr Geld warten müssten, würden die von den Bahn-Ablegern erbrachten Leistungen sofort vergütet, was einer indirekten Subventionierung gleichkomme.