Deutsche Bahn Gutachten bremst Börsengang aus
Berlin - Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe habe fest zugesagt, ein weiteres Gutachten in Auftrag zu geben, sagte Grünen-Verkehrsexperte Albert Schmidt gegenüber der "Financial Times Deutschland". Die Studie soll voraussichtlich im Herbst beginnen.
Bereits vor zwei Wochen hatte die Investmentbank Morgan Stanley eine erste Untersuchung zum Börsengang der Bahn vorgestellt. Darin hatte sie allerdings nach dem Willen von Bahnchef Mehdorn nur die Privatisierungsvariante mit Netz geprüft. Die neue Studie soll abwägen, ob ein Börsengang der Bahn mit einem ausgelagerten Schienennetz sinnvoller ist.
Die Vorlage eines neuen Gutachtens könnte den Entwurf eines Bahnprivatisierungsgesetzes weiter hinauszögern. Bislang war der Bahnvorstand davon ausgegangen, dass die Regierung das Papier schon im Herbst 2004 vorlegt. Käme das neue Gutachten jedoch zu dem Schluss, dass ein Börsengang ohne das Schienennetz zweckmäßiger wäre, zöge dies eine aufwändige Entflechtung des Konzerns nach sich. Die Bundesregierung müsste in diesem Fall noch wesentlich länger auf die Privatisierungserlöse warten.