Deutsche Bahn: Hinter den Kulissen rumort es - DER SPIEGEL
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Deutsche Bahn Hinter den Kulissen rumort es

Die Auseinandersetzung um den künftigen Kurs der Deutschen Bahn spitzt sich zu. Zwei Briefe des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Norbert Hansen an Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Bundesverkehrsminister Stolpe lassen erkennen, wie tief die Gräben bereits sind.
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Berlin - In einem Brief an Mehdorn fordert Hansen, zugleich Chef der Eisenbahnergewerkschaft Transnet, "einen Kurswechsel in der Bahnpolitik". Mit seiner Forderung nach einem möglichst schnellen Börsengang habe Mehdorn "wesentlich dazu beigetragen, dass sich die bahnpolitische Debatte zunehmend auf dieses Ziel verengt", kritisiert Hansen. Wenn die Unternehmens- und Personalpolitik der DB "einseitig darauf ausgerichtet" werde, gehe dies "unweigerlich zu Lasten des Personals".

Das Ziel der 1994 beschlossenen Bahnreform, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen, werde unter den aktuellen Rahmenbedingungen "zur Illusion". Eine Hauptursache dafür seien "milliardenschwere strategische Fehlentscheidungen des Managements der DB AG in der Vergangenheit".

Harsche Kritik äußert Hansen auch in einem Brief an Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD). "Das Versagen der Politik", schreibt der Transnet-Chef, sei "die zweite wesentliche Ursache für die derzeitige Lage" - gemeint sind "massive Streichungen" bei den Schieneninvestitionen in den neunziger Jahren und die "Nichtbeseitigung bestehender Wettbewerbsverzerrungen im Verkehrssektor".

Nur wenn Politik und DB-Management die Forderungen der Transnet ("kein weiterer Personalabbau", "Verzicht auf den Transrapid") erfüllten, schreibt Hansen, würde "der bisherige Weg einer konstruktiven Begleitung der Bahnreform fortgesetzt". Es werde "keinen Blankoscheck" geben.

Die Deutsche Bahn liefert sich zurzeit einen Tarifkonflikt mit den Gewerkschaften. Die Verhandlungen werden an diesem Freitag fortgesetzt.