Deutsche Bahn: Massenentlassung im Nahverkehr - DER SPIEGEL
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Deutsche Bahn Massenentlassung im Nahverkehr

Die Bahn will 10.000 Arbeitsplätze im Nahverkehr streichen. Und es könnte noch viel dramatischer kommen.
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Frankfurt/Main - Die Deutsche Bahn steht unter dem Druck, wettbewerbsfähig zu werden. Daher will sie in den kommenden fünf bis sieben Jahren bis zu 20 Prozent der Stellen im Nahverkehr abbauen, teilte ein Sprecher der Bahn am Dienstag mit. Derzeit sind rund 47.000 Mitarbeiter im Nahverkehr beschäftigt.
"Wenn wir in Zukunft Ausschreibungen verlieren, wird es sogar noch dramatischer", sagte der Bahn-Bereichsvorstand für Regional- und Stadtverkehr, Ulrich Homburg. Die Bahn steht bereits mit den Tarifvertragsparteien in Verhandlungen, um neue "wettbewerbsfähige Tarife" zu vereinbaren. Im Vergleich zu anderen Anbietern sind die Personalkosten der Bahn um durchschnittlich 20 Prozent höher. Bei einer Ausschreibung könne so ein Nachteil von bis zu einer Mark pro Zugkilometer entstehen. "Das Thema müssen wir knacken", sagt Homburg. Für die Arbeitnehmerseite sei das ein "schmerzhafter Prozess", aber jede verlorene Ausschreibung bedeute weniger Arbeitsplätze.

Expansion in den Stadtverkehr

Beim Regionalverkehr auf der Schiene und beim S-Bahnverkehr hat die Deutsche Bahn derzeit einen Marktanteil von rund 92 Prozent. Im Öffentlichen Personennahverkehr auf der Straße ist sie bisher mit 20 bahneigenen Busgesellschaften vertreten und hält damit einen Marktanteil von rund sieben Prozent. Durch die Zusammenarbeit mit kommunalen Verkehrsunternehmen will die Bahn sich "neue Märkte" erschließen. Mit zehn Städten werden derzeit bereits Verhandlungen geführt, um Stadtwerke, Buslinien der Deutschen Bahn und den Schienenverkehr zusammenzuführen. Außerdem sollen umfangreiche Investitionen die Zusammenarbeit mit der Bahn attraktiver machen. Bis zum Jahr 2005 sind 8,5 Milliarden Mark für die Beschaffung und Modernisierung von Nahverkehrszügen eingeplant.