Deutsche Bahn: Mehdorn lässt Güterverkehr-Vorstand fallen - DER SPIEGEL
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Deutsche Bahn Mehdorn lässt Güterverkehr-Vorstand fallen

Nach einem Gewinneinbruch im Güterverkehr der Deutschen Bahn muss der verantwortliche Vorstand Bernd Malmström seinen Hut nehmen. Der Manager soll mit Bahn-Chef Hartmut Mehdorn im Clinch gelegen haben.
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Berlin - Malmström wird das Unternehmen in Kürze verlassen. Bahn-Aufsichtsrätin Margareta Wolf bestätigte am Dienstag nach einer Sitzung des Gremiums, dass Malmström um Vertragsauflösung zum 16. März gebeten habe. Die bisher von dem Vorstand geleitete Sparte besteht im Kern aus dem Schienen-Güterverkehr (Railion) und dem Spediteur Schenker (Lkw, Flugzeug, Schiff). Der Bereich erzielt mit 60.000 Mitarbeitern rund elf Milliarden Euro Umsatz.

Ursprünglich stand eine Verlängerung von Malmströms Vertrag bis Ende 2006 auf der Tagesordnung. Der Aufsichtsrat billigte ferner einstimmig die Planung für 2005. Sie sieht einen Betriebsgewinn nach Zinsen von 420 Millionen Euro vor, weniger als die Hälfte als noch vor einem Jahr geplant. Zudem wurde bis 2009 ein Programm namens Qualify Plus aufgelegt, das jährliche Einsparungen von einer Milliarde Euro bringen soll.

Nach dem Ausscheiden von Personenverkehrs-Vorstand Christoph Franz wegen eines missglückten Preissystems verlässt nun ein zweiter Spitzenmanager das Unternehmen früher als geplant. Mehdorn selbst hatte noch vor wenigen Wochen erklärt, er wolle mit dem bestehenden Vorstand weiterarbeiten. Die Schienen-Gütersparte Railion war in diesem Jahr in eine Krise geraten. Malmström schlug ein Sanierungsprogramm mit massivem Stellenabbau und dem Verzicht auf unprofitable Strecken vor.

Radikale Einschnitte bei den Schienenverbindungen treffen aber beim Bund auf Widerstand. "Es muss wieder mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden", forderte die parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, Wolf, die für die Grünen im Aufsichtsrat sitzt. Dies gelte vor allem vor dem Hintergrund der Grenzöffnung nach Osteuropa und den wachsenden Verkehrsströmen aus dieser Region. Über ein Konzept solle bei der nächsten Aufsichtsratssitzung im Frühjahr gesprochen werden.

Bahnchef Mehdorn macht Malmström für die überraschend schlechten Zahlen von Railion verantwortlich. Zwar transportierte die Bahn mehr Güter, die Gewinnmargen fielen jedoch anders als die Planung es vorgesehen hatte. Schwer wiegen Unternehmenskreisen zufolge auch Malmströms andere Auffassungen über die Verbindung von Netz und Betrieb. Während Mehdorn den Konzern nur mit Schienenweg und allen Transportgesellschaften zusammen an die Börse bringen will, sei Malmström hier anderer Meinung.

Für 2005 geht die Bahn Unternehmenskreisen zufolge davon aus, dass die Frachtsparte insgesamt gerade eine schwarze Null schreiben wird. Der Schenker-Gewinn würde damit praktisch vollständig von den Railion-Verlusten aufgezehrt. Im Jahr 2006 oder 2007 soll Railion dann wieder profitabel sein. Bis 2009 sollen nach bisherigen Planungen allein bei Railion mehr als 5000 Stellen gestrichen und unprofitable Strecken aufgegeben werden.