Deutsche Bahn Mit vollen Zügen in die Miesen
Berlin - Der Vorstand gehe bei konsequenter Umsetzung der Sparpläne aber von einer Ertragswende im laufenden Jahr aus, so Mehdorn. Ursache für den deutlichen Ergebnisrückgang 1999 seien höhere Abschreibungen und Zinsen auf Grund hoher Investitionen. Außerdem habe der Bund Leistungen in Höhe von 1,3 Milliarden Mark gestrichen, denen keine entsprechenden Umsatzsteigerungen im Konzern gegenüberstanden.
Der Umsatz erhöhte sich um drei Prozent auf 30,9 Milliarden Mark. Im Fernverkehr fiel das Plus mit drei Prozent auf 8,1 Milliarden Mark stärker aus als im Nahverkehr, wo der Umsatz um zwei Prozent auf 14,3 Milliarden Mark stieg. Im Güterverkehr ging der Umsatz dagegen um vier Prozent auf 6,8 Milliarden Mark zurück.
Die Investitionen haben nach Bahnangaben 1999 mit 16,2 Milliarden Mark den höchsten Stand seit der Bahnreform erreicht. Insgesamt seien in den vergangenen sechs Jahren 89 Milliarden Mark investiert worden.
Der Bahnkonzern beschäftigte Ende des vergangenen Jahres 241.600 Mitarbeiter, das waren 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Ein Abbau von 70.000 der derzeit 240.000 Arbeitsplätze bis 2004 scheint weiterhin nicht ausgeschlossen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GdED), Norbert Hansen, erklärte, der Vorstand sei fest entschlossen, seine mittelfristige Planung und damit die angestrebte Einsparung von 3,6 Milliarden Mark bei den Personalkosten umzusetzen.
Der Aufsichtsrat billigte auf seiner Sitzung die Neuordnung der Führungsstruktur. Von April an werden nach den bereits bekannten Vorstellungen Fern- und Nahverkehr zu einem Vorstandsressort zusammengefasst. Die Netz- Tochter agiert weiter in eigener Verantwortung. Die unternehmerische Verantwortung der Führungsgesellschaften für den Personen- und Güterverkehr sowie die Bahnhöfe und das Netz wird nicht aufgehoben.