Deutsche Bank: 175 indiskrete E-Mails - DER SPIEGEL
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Deutsche Bank 175 indiskrete E-Mails

Die Deutsche Bank ist nicht länger am Börsengang des US-Autovermieters Hertz beteiligt. Der Grund: Aus dem Finanzhaus wurden E-Mails über Hertz versandt, während die gesetzlich vorgeschriebene Schweigephase lief.
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Hamburg/New York - "Nach der Prüfung der fraglichen E-Mails sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es im Interesse unserer Kunden am besten ist, wenn wir extreme Vorsichtsmaßnahmen treffen, und sind deshalb von unserer Rolle bei dem Börsengang zurückgetreten", sagte ein Sprecher der Deutschen Bank   in New York dem "Wall Street Journal Europe" (WSJE). Ob der Fall personelle Konsequenzen nach sich ziehen wird und ob die Bank für ihre bisherigen Beraterdienste von Hertz entlohnt wird, wollte ein Sprecher der Deutschen Bank auf Nachfrage nicht beantworten.

Hertz erklärte, der Versand von 175 E-Mails von Rechnern der Deutschen Bank an institutionelle Investoren habe am 23. Oktober begonnen - ein Verstoß gegen die im US-Recht festgeschriebene Schweigephase vor einem Börsengang. Die Erstnotiz der ehemaligen Ford-Tochter Hertz soll in der kommenden Woche erfolgen.

Welche Informationen die E-Mails enthielten und ob sie über mehrere Tage verteilt versandt wurden, gab Hertz nicht bekannt. Die Mails seien durch einen Fehler zugestellt worden und könnten inhaltlich ignoriert werden, hieß es lediglich. Es habe sich um weitergeleitete ("forwarded") E-Mails gehandelt, die nicht von einem einzelnen sondern von mehreren Mitarbeitern der Bank verschickt wurden.

Deutsche Bank auch unter Kreditgebern für Hertz

Hertz erklärte auch, welche Folgen das peinlicherweise verschickte E-Mail-Paket für den Konzern haben könnte: Käme der Fall vor Gericht, wäre es wahrscheinlich, dass die institutionellen Investoren Hertz dazu verpflichten könnten, ihre Aktien zurück zu kaufen.

Der Börsengang des Autoverleihers wird nun von acht Banken vorbereitet, unter denen Goldman Sachs  , Lehman Brothers   und Merrill Lynch   die tragende Rolle spielen.

Hertz Global Holdings war im vergangenen Jahr von Ford   für 5,6 Milliarden Dollar in bar an Investmentfirmen verkauft worden, zu denen Clayton Dubilier & Rice, die Carlyle Group und Merrill Lynch Global Private Equity gehörten. Die drei Investmentfirmen werden jeweils noch mit rund 24 Prozent an Hertz beteiligt sein. Der Gesamtwert der Aktien, die in einer Spanne von 16 bis 18 Dollar emittiert werden, beträgt etwa 1,8 Milliarden Dollar. Die Rendite der Investmentfirmen durch den Kauf von Hertz dürfte sich nach dem Börsengang auf mehr als 50 Prozent belaufen.

Im Juni hatte Hertz bei der Deutschen Bank und einer Reihe von Investmentbanken, einschließlich Merrill Lynch, bei einem Schuldenstand von 9,4 Milliarden Dollar einen Kredit von insgesamt einer Milliarde Dollar aufgenommen. Die Summe wurde in Form einer Sonderdividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Hertz erwähnte den Kredit von der Deutschen Bank bei der Bekanntgabe über das Ausscheiden des Finanzinstituts als Konsortialmitglied nicht. Auch der Name des betroffenen Beraters wurde nicht genannt, sondern ergab sich erst durch die Stellungnahme der Deutschen Bank.

itz/mm.de