Deutsche Bank: Ackermann nimmt Kurs gen Osten - DER SPIEGEL
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Deutsche Bank Ackermann nimmt Kurs gen Osten

Der umstrittene Personalabbau ist erst mal beendet, nun drängt die Deutsche Bank mit Macht auf neue Märkte. Konzernchef Ackermann ist bereit, dafür zur Not auch mal Milliardenbeträge in die Hand zu nehmen. Neu auf seiner Expansionsliste: China - und Rumänien
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Frankfurt am Main - Das neue Objekt der Begierde in Europas Bankenszene heißt Banca Comerciala Romana, kurz BCR. Die rumänische Privatisierungsagentur bestätigte heute nach Ablauf der Gebotsfrist, dass auch die Deutsche Bank   zu den Bietern für das zum Verkauf stehende Kreditinstitut gehört.

Analysten rechnen damit, dass der knapp 62-prozentige Anteil an BCR bis zu drei Milliarden Euro kosten wird. Zu den weiteren Interessenten gehören die National Bank of Greece, die italienische Banca Intesa, die Erste Bank aus Österreich, die belgisch-französische Bank Dexia, die französische BNP Paribas und Millennium BCP aus Portugal.

Der Erwerb des größten rumänischen Kreditinstituts gilt als eine der letzten Chancen für den Einstieg in diesen wachstumsstarken osteuropäischen Markt. In dem Land leben über 22 Millionen Menschen, lediglich in Polen ist die Bevölkerungszahl höher. Die Regierung des Landes will die Privatisierung des staatlichen Instituts bis Jahresende abschließen und hat angekündigt, dass vor allem der Preis über den Zuschlag entscheiden werde. Nachdem in der ersten Runde die verbindlichen Angebote ausgewertet werden, sollen die beiden meistbietenden Banken in einer zweiten erneut gegeneinander antreten.

200 Millionen für China-Beteiligung

Derweil baut die Deutsche Bank ihre Präsenz im Wachstumsmarkt China mit einer Beteiligung an der Hua Xia Bank deutlich aus. Das deutsche Institut erwirbt 9,9 Prozent an dem Geldhaus, das etwa 8,2 Millionen Privatkunden und rund 130.000 Geschäftskunden hat. Bisher ist Hua Xia in der Volksrepublik mit rund 1000 Mitarbeitern vor allem im Investmentbanking und Firmenkundengeschäft vertreten.

Parallel zur Deutschen Bank erwirbt die Privatbank Sal. Oppenheim 4,1 Prozent an der Hua Xia Bank. Der Kaufpreis für die insgesamt 14 Prozent beträgt 272 Millionen Euro. Für die Deutsche Bank dürfte sich der Preis damit auf 200 Millionen Euro belaufen. Die Kartellbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen.

Die Deutsche Bank und die Hua Xia Bank wollen neben der Beteiligung einen Kooperationsvertrag über eine weit reichende Zusammenarbeit im Kreditkartengeschäft, im Geschäft mit vermögenden Privatkunden und beim Vertrieb von Anlageprodukten schließen. Die Frankfurter, die zunächst einen Sitz im Aufsichtsrat ihres chinesischen Partners erhalten sollen, wollen zudem die Hua Xia Bank in den Bereichen Technologie, Risikomanagement, im Privat- und Firmenkundengeschäft und im Bereich Corporate Governance unterstützen.

In Asien will sich die Deutsche Bank aber vorerst auf die Volksrepublik und Indien beschränken. "Wir wollen uns zunächst auf wenige Märkte konzentrieren", sagte Deutsche-Bank-Privat- und Geschäftskundenchef Rainer Neske der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Wir wollen erst einmal schauen, wie die jetzigen Schritte wirken."