Deutsche Bank: Aktion "schlanke Bank" brachte Erfolg - DER SPIEGEL
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Deutsche Bank Aktion "schlanke Bank" brachte Erfolg

Die Deutsche Bank hat erstmals seit Jahresfrist wieder Gewinne eingefahren. Erheblichen Anteil am Erfolg hatten die Sparmaßnahmen - fast eine Milliarde Euro sparten die die Deutschbanker allein an Verwaltungskosten ein.
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Frankfurt am Main - Vorstandssprecher Josef Ackermann sieht sich in seiner Strategie bestätigt. "Mit der Konzentration auf unsere Kerngeschäftsfelder nimmt die operative Stärke des Konzerns weiter zu", sagte der Vorstandsprecher der Deutschen Bank angesichts der Vorstellung des Halbjahresergebnisses.

Wie schon im Auftaktquartal verdiente der Bereich Corporate und Investment Bank (CIB) den Löwenanteil für den Konzern. Vor Steuern standen rund 878 Millionen Euro in den Büchern - was gleichzeitig eine erhebliche Steigerung gegenüber den 249 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres bedeutet. Auch das Filialgeschäft und die Vermögensverwaltung (PCAM) trugen erheblich zum Konzernerfolg bei. Ihr Ergebnis vor Steuern stieg um vier Prozent auf 286 Millionen Euro.

Erfolgsgarant im Bereich CIB war erneut das Geschäft mit Schuldtiteln und Derivaten mit Erträgen in der Größenordnung des Vorquartals in Höhe von 1,8 Milliarden Euro - mit Aktien wurden immerhin noch Erträge in Höhe von rund 900 Millionen erwirtschaftet.

Insgesamt betrug das Ergebnis vor Steuern nach Angaben von Ackermann im zweiten Quartal 1,091 (Vorjahreszeitraum 2,223) Milliarden Euro. Beim Vorsteuerergebnis übertraf die Bank die Analysten-Schätzungen von im Schnitt 1,079 Milliarden Euro geringfügig. Die Steuerbelastungen lagen allerdings erheblich höher, als die Analysten vorausgesagt hatten. Mit einem Ertrag in Höhe von 572 Millionen Euro lag das Institut deshalb unter den Prognosen. Im Auftaktquartal hatte die Bank wegen umfangreicher Abschreibungen auf ihren Beteiligungs- und Wertpapierbesitz unter dem Strich noch einen Verlust von 219 Millionen Euro ausgewiesen.

Einen erheblichen Anteil an dem guten Ergebnis hatte nicht zuletzt die erfolgreiche Sparpolitik. Die zinsunabhängigen Aufwendungen - das beschreibt im Kern den Verwaltungsaufwand - konnten auf 4,474 Milliarden Euro gegenüber 5,326 im Vorjahr gedrückt werden.

Dem Anstieg beim Handelsergebnis um gut 57 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode standen im zweiten Quartal allerdings deutliche Rückgänge beim Provisionsergebnis auf 2,228 (Vorjahr: 3,013) und dem Zinsüberschuss auf 1,672 (2,334) Milliarden Euro gegenüber.

Die Risikovorsorge für das Kreditgeschäft fuhr die Bank weiter zurück auf 340 (588) Millionen Euro und lag damit auch unter dem Wert des ersten Quartals von 380 Millionen Euro.

Positiv werten die Experten auch den Aspekt, dass die Bank ihr Ergebnis erstmals seit mehr als einem Jahr weder durch große Abschreibungen noch durch einmalige Gewinne aus Beteiligungsverkäufen aufgewertet hat. Im Vorjahresquartal war in dem Vorsteuergewinn von 2,223 Milliarden Euro ein steuerfreier Gewinn von 1,5 Milliarden Euro aus dem Verkauf der Beteiligung an der Münchener Rück enthalten.