Deutsche Bank: Auf Kollisionskurs mit dem Gesetz - DER SPIEGEL
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Deutsche Bank Auf Kollisionskurs mit dem Gesetz

Der radikale Umbau des Vorstandes, den der künftige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann plant, könnte gegen das deutsche Kreditwesengesetz verstoßen. Die Bankenaufsicht ist alarmiert und hat eine Untersuchung eingeleitet.
Von Katy Weber
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Die Pläne für die neue Führungsstruktur der Deutschen Bank sind noch nicht öffentlich. Dennoch hat das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen bereits mit einer Prüfung der Frage begonnen, ob das in der Presse kursierende Modell in Einklang zu bringen ist mit dem deutschen Kreditwesengesetz. Das sagte eine Sprecherin gegenüber manager-magazin.de. 

Festgelegt im Deutschen Aktien- und Kreditwesengesetz ist, dass es hier zu Lande in einer Aktiengesellschaft einen für das operative Geschäft zuständigen Vorstand und einen Aufsichtsrat als Kontrollorgan geben muss. Darüber können sich auch der designierte Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann, und Aufsichtsratschef Hilmar Kopper nicht hinwegsetzen. Beide streben an, die Position des Vorstandchefs zu stärken, und zwar getreu dem angelsächsischen Modell.

Dort hat der "Chief Executive Officer" (CEO) deutlich mehr Macht. Er darf sich sein Führungsgremium, die Mitglieder des Exekutivkomitees, selber zusammenstellen und bei Bedarf auch wieder entlassen.

Um nicht gegen geltendes Recht zu verstoßen, bleibt Ackermann die Möglichkeit, neben dem Vorstand ein Exekutivkomitee mit ihm an der Spitze aufzubauen. Die Frage ist dann, ob in diesem Gremium die eigentlichen Entscheidungen getroffen werden und der Vorstand zu einem Sammelbecken von Abnickern verkommt. Wäre das der Fall, müsste das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen einschreiten. Eine Stellungnahme wollte die Sprecherin noch nicht abgeben. "Ich sage nur so viel: Wir prüfen."

Und Grund zum Prüfen gibt es. Wie manager-magazin.de.  aus vorstandsnahen Kreisen erfuhr, "ist das, was durch die Presse geistert - die Verschlankung des Vorstands, die Einführung eines Exekutivkomitees, das sich um das operative Geschäft kümmert - nicht verkehrt". Zur Personalie Thomas R. Fischer hält man sich allerdings bedeckt. Wiederholt war darüber spekuliert worden, Fischer, der Chief Operating Officer, würde nach einem Streit mit Ackermann zurücktreten. "Donnerstag wissen wir alle mehr", heißt es dazu. Das betrifft nicht nur die Zukunft des deutschen Branchenprimus, sondern die der Frankfurter Bankenszene insgesamt.