Deutsche Bank Ausverkauf ab 2002
Frankfurt/Main - Der Marktwert der Beteiligungen wird zurzeit auf mehr als 20 Milliarden Euro geschätzt. In den Büchern steht das Portfolio allerdings mit einem erheblich geringeren Wert. Damit enthält der Aktienbesitz stille Reserven von 15,5 Milliarden Euro; durch den Verkauf der Beteiligungen werden außerordentliche Gewinne in Rekordhöhe erwartet. Die Deutsche Bank will den Verkauf der Aktienpakete bis spätestens 2007, im besten Fall aber in zwei oder drei Jahren über die Bühne bringen.
Der Zeitdruck des Verkaufs ergibt sich auch durch die Änderung der Rechnungslegungsvorschriften. Für das nächste Jahr muss die Bank erstmals den Wert der Eigenbeteiligungen zu Grunde legen, was das Eigenkapital deutlich vergrößert und die Eigenkapitalrendite verkleinern wird.
Zur Disposition stehen nach Angaben eines Firmensprechers sämtliche Unternehmensbeteiligungen. Dazu gehören etwa elf Prozent an DaimlerChrysler, zehn Prozent an Linde und neun Prozent an der Münchener Rück. Der Beteiligungsbesitz der Bank ist seit 1998 bei der damals eigens dafür gegründeten DB Investor untergebracht.
Schwierigkeiten, die milliardenschweren Beteiligungen auf dem Markt unterzubringen, sieht die Bank nicht. Schon 1999 und 2000 hatte DB Investor Allianz-Aktien im Wert von 3,8 Milliarden Euro bei institutionellen Anlegern platziert.