Deutsche Bank: Branche spekuliert über Rücktritt Ackermanns - DER SPIEGEL
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Deutsche Bank Branche spekuliert über Rücktritt Ackermanns

Deutsche-Bank-Chef Ackermann hat keine gute Woche. Im Mannesmann-Revisionsverfahren steht eine Entscheidung an. Auch in Bezug auf den eingefrorenen Grundbesitz-Invest-Fonds werden täglich neue pikante Details bekannt. Finanzkreise rechnen schon mit Ackermanns Rücktritt.
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Frankfurt am Main - In Branchenkreisen wird schon kräftig getuschelt, wie Josef Ackermann auf ein für ihn ungünstiges Urteil bei der Wiederauflage des Mannesmann-Prozesses reagieren wird. Das worst-case-Szenario für den Deutsche-Bank-Chef wäre, dass das Gericht morgen beschließt, den Prozess noch einmal neu aufrollen zu lassen und es schließlich doch noch zu einem Schuldspruch käme. Ackermann habe bereits angedeutet, in diesem Fall möglicherweise zurückzutreten, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Josef Ackermann: Deutsche-Bank-Oberen fürchten ein Macht-Vakuum, sollte er sich zurückziehen

Josef Ackermann: Deutsche-Bank-Oberen fürchten ein Macht-Vakuum, sollte er sich zurückziehen

Foto: DDP

In Finanzkreisen werde als möglicher Nachfolger der derzeit im erweiterten Vorstand (Group Executive Committee) als Deutschlandchef tätige Jürgen Fitschen gehandelt, der auch im Investmentbanking Erfahrungen hat.

Eine Furcht treibe viele Deutsche-Bank-Oberen im Falle des Rückzugs von Ackermann vor allem um. Viele fürchten der "FAZ" zufolge, dass die Londoner Investmentbanker im Konzern ein Machtvakuum nutzen könnten, um einen angeblich seit langem gefassten Plan durchzusetzen: Sie wollten darauf drängen, die Deutsche Bank in eine Investmentbank mit Sitz in London und in eine "Deutschland-Bank" aufzuteilen. Zwar wäre die Deutsche Bank dann tatsächlich wieder deutsch - aber es gäbe keine einzige deutsche Bank von Weltrang mehr.

Problemfeld zwei: Der Grundbesitz-Invest-Fonds

Doch der anstehende Gerichtsprozess ist nicht der einzige Krisenherd, mit dem der Deutsche-Bank-Chef diese Woche zu kämpfen hat. Auch über die spektakuläre Schließung des Krisenfonds Grundbesitz-Invest werden jeden Tag neue Details bekannt.

Bereits in der letzten Woche habe die australische Immobiliengesellschaft Rubicon drei Objekte aus dem in Bedrängnis geratenen Immobilienfonds gekauft, berichtet die "FAZ". Für 95 Prozent der Besitzrechte an Häusern in Frankfurt und Berlin zahlte das Unternehmen demnach 344 Millionen Euro. Der Verkauf sei nach branchenüblichen Standards erfolgt, verteidigte ein Sprecher der Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate den Deal gegenüber dem Blatt. Die Aufsichtbehörden seien informiert.

Die DB Real Estate hatte in der letzten Woche für Grundbesitz-Invest eine Neubewertung angekündigt und wegen der darauf folgenden Mittelabflüsse das Investment vorübergehend geschlossen. Ausschlag für den spektakulären Coup gab der "FAZ" zufolge ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Cooper. Die Wirtschaftsprüfer hätten für ein Teil des Portfolios eine notwendige Wertminderung von 15 bis 17 Prozent errechnet, schreibt das Blatt.

Die Erwartungen bei Rubicon seien hingegen ganz andere. Einem Verkaufsprospekt zufolge ist die Nachfrage nach einer langen Phase der Kaufzurückhaltung im ersten Halbjahr 2005 wieder angezogen. So ganz falsch kann auch die Deutsche Bank diese Einschätzung nicht finden. Zumindest ist laut FAZ auf dem Rubicon-Prospekt auch das Logo des Geldinstituts abgebildet. Außerdem seien die drei an Rubicon verkauften Objekte der Kern des Fonds Rubicon-Europe, dessen Börsengang von der Deutschen Bank begleitet worden sei.