Deutsche Bank Breuer buhlt um Partner
Hamburg - Die Deutsche Bank steht mit verschiedenen Banken und Versicherungen in Verhandlungen über eine Zusammenarbeit. "Wir suchen eine Partnerschaft, die auf einem ausbalancierten Verhältnis der jeweiligen Beteiligten beruht", sagte Vorstandschef Breuer der "Welt am Sonntag". Ein etwaiger Partner für die Deutsche Bank müsse vor allem viele Kunden mitbringen.
Die Deutsche Bank sei "nicht erfolgreich genug, um alleine europäische Größe zu erreichen". Derzeit habe sie elf Millionen Kunden. "Wir brauchen aber mindestens 20 Millionen Kunden", sagte der Chef der größten deutschen Geschäftsbank. Deshalb sei der Vorstand gezwungen, "eine aggressive Partnerschaftsstrategie zu fahren".
Breuer wollte sich nicht zu Gesprächen mit dem französischen Versicherungskonzern Axa äußern. Seine Bank rede "mit einer ganzen Reihe von deutschen und ausländischen Versicherungen und Banken", sagte er. Das Zusammengehen der Dresdner Bank mit der Allianz-Versicherung habe ihn zwar überrascht, er sei aber vorher informiert worden.
Auch künftig werde die Bank im Investmentbanking ein interessanter Partner für Großkonzerne wie Allianz-Dresdner und Münchener Rück-HypoVereinsbank bleiben, "weil diese beiden Konzerne zwar große Anlegergruppen bündeln, aber auf Produkte angewiesen sind, die wir herstellen", bekräftigte der Vorstandschef der Deutschen Bank.
Ende März hatte Breuer den Aktionären kräftige Gewinnsprünge auch in den kommenden Jahren versprochen. Bis 2003 soll der Überschuss jährlich um mindestens 15 Prozent steigen. 2000 hatte die Deutsche Bank ihren Konzerngewinn nach Steuern auf 4,95 Milliarden Euro - rund 9,7 Milliarden Mark - verdoppelt. Es war das mit Abstand beste Ergebnis ihrer Geschichte.