Deutsche Bank: Breuer kämpft um seinen Posten - DER SPIEGEL
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Deutsche Bank Breuer kämpft um seinen Posten

Für den Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, ist die Welt anscheinend noch größtenteils in Ordnung. Die geplatzte Fusion zwischen Deutscher und Dresdner Bank sei zwar nicht glücklich, aber für die lauter werdenden Rufe nach seinem Rücktritt hat er kein Verständnis.
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Frankfurt am Main - Breuer schloss einen Rücktritt vom Chefposten der Deutschen Bank aus. Er sehe dafür keinen Anlass, sagte er. Er befürchte auch keinen bleibenden Schaden für das Geldhaus. Natürlich sei es kein sehr glücklicher Vorgang, eine angekündigte Fusion absagen zu müssen. "Aber lieber ein Ende mit Schrecken als immer weiter so", verteidigt sich Breuer.

Das sehen Vertreter von Gewerkschaften und Schutzgemeinschaften allerdings anders. Die Spitzen der Deutschen und der Dresdner "haben ein derartiges Desaster zu verantworten, dass sie Konsequenzen ziehen sollten", sagte Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK). Sie warf den Bankern eine "dilettantische Vorbereitung des Deals" vor. Der Imageschaden sei unermesslich. Auch DAG-Vorstandsmitglied und Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bank, Gerhard Renner, kritisierte mangelnde Vorbereitung. "Hier und jetzt sind deshalb personelle Konsequenzen unausweichlich". Der Finanzwissenschaftler Wolfgang Gehrke prognostizierte, nach einer solchen "Blamage" werde der Vertrauensverlust jahrelang anhalten.

Deutsche Bank Chef Breuer will dagegen über die gescheiterte Fusion anscheinend schnell Gras wachsen lassen und versucht die Aufmerksamkeit auf die Zukunft zu lenken. Angesichts des hervorragenden Jahres 1999 und des sehr guten ersten Quartals sei die Deutsche Bank auch allein stark genug, so Breuer. Nach seinen Angaben erwirtschaftete der Branchenprimus in den ersten vier Monaten 2000 ein Vorsteuerergebnis, das um mehr als 50 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Zwar könne das gute Ergebnis nicht für das Gesamtjahr hochgerechnet werden, man rechne aber mit einer erneuten Steigerung, frohlockte Breuer.

"Wir sind nicht auf der Suche nach einem neuen Fusionspartner", sagte der Vorstandssprecher. Er wollte es allerdings nicht auszuschließen, "dass sich auch jemand mit unreinen Gedanken der Deutschen Bank zuwendet". Die Möglichkeit einer feindlichen Übernahme der Deutschen Bank sei gegeben, da die Aktien breit gestreut seien und ihr Kurs "relativ niedrig" sei. Eine feindliche Übernahme der Dresdner Bank durch sein Institut schloss er dagegen definitiv aus.

Die Dresdner Bank hatte der Deutschen Bank vorgeworfen, entgegen der Absprache gefordert zu haben, Kleinwort Benson ganz oder in Teilen zu verkaufen. Breuer sagte, Kleinwort Benson sei ein "Juwel". Da die Deutsche Bank aber bereits ein weltweites Investmentgeschäft habe und Kleinwort Benson nur in Europa stark sei, hätte eine Integration keinen Sinn gemacht. Mehr als die Nummer eins könne man nicht werden. Der Streit sei bei der Ankündigung der Fusion jedoch nicht absehbar gewesen, sagt Breuer. Die Detailarbeit habe erst nach der Bekanntgabe der Pläne beginnen können. "Vorher darf man dem Konkurrenten nicht in die Tasche sehen."