Deutsche-Bank-Chef Kritik aus den eigenen Reihen
Frankfurt am Main - Die Äußerung von Breuer, man berate DaimlerChrylser bei der Abwehr möglicher Übernahmeangebote, stößt in den eigenen Reihen auf Unverständnis. Erstens ist es ein ungeschriebenes Gesetz der Beratung, nicht über Kunden und Aufträge zu reden, zweitens kam die Äußerung für DaimlerChrysler zu einem äußerst schlechten Zeitpunkt.
Wie "Die Welt" aus informierten Kreisen erfahren haben will, gebe es bisher keinen unterschriebenen Vertrag. Allerdings sei es in Investmentbanking-Kreisen üblich, ohne schriftliche Übereinkunft Industriekonzerne dabei zu beraten, wie sie ihren Aktienkurs steigern können, hieß es.
Breuer werde bankintern vorgeworfen, dass er seine eher verhaltenen Ertrags- und Gewinnprognosen für das Firmenkundengeschäft und das Investmentbanking nicht mit dem Vorstand abgesprochen habe. Auch sein designierter Nachfolger Josef Ackermann, der Firmenkunden- und Investmentbank vorsteht, soll nicht informiert gewesen sein.
Zudem sehe Breuer die Zukunft der Sparte erheblich schlechter als die Analysten und die Investmentbanker. "Damit hat er den eigenen Aktienkurs heruntergeredet", zitiert das Blatt einen Banker.