Deutsche Bank: Codename "Max Blue" - DER SPIEGEL
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Deutsche Bank Codename "Max Blue"

Die Deutsche Bank plant eine grundlegende Umstrukturierung des Privatkundengeschäfts. Die bisher weitgehend unabhängig geführten Landesgesellschaften etwa in Italien, Spanien und Belgien sollen künftig der Deutschen Bank 24 unterstehen.
Von Christoph Pauly und Gabor Steingart
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Fast das gesamte europäische Privatkundengeschäft der Bank würde damit erstmals direkt aus Frankfurt geleitet. Die ausländischen Töchter, meist hervorgegangen aus Akquisitionen nationaler Institute wie der Banca d'America e d'Italia und der Banco Comercial Transátlantico, verlieren damit ihre Autonomie.

Der bisherige Chef der Deutschen Bank 24, Herbert Walter, wird möglicherweise zusammen mit Juan Carlos Garay, dem Chef der Deutschen Bank in Spanien, die Privatkundenbank als Doppelspitze leiten. Beide gehören dem Management-Komitee an, das alle Details der Neuordnung, auch die Besetzung der künftigen Unternehmensspitze, bestimmen soll. Damit geht ein monatelanges Gerangel innerhalb der Bank zu Ende: Denn auch der für das Private Banking, also das Geschäft mit den vermögenden Privatkunden, zuständige Unternehmensbereich wollte sich die teils hochrentablen Auslandsaktivitäten einverleiben. Die Auslandstöchter wehrten sich gegen jede Form der "Germanisierung".

Die Deutsche Bank 24, die bisher die interne Vorgabe von 25 Prozent Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital nicht erfüllen konnte, steht nun deutlich besser da. Da viele Auslandstöchter in einem weniger starken Konkurrenzumfeld agieren, werfen sie hohe Gewinne ab. Die Gesamtrendite der neuen Bank 24 fällt dadurch deutlich günstiger aus. Das Projekt der Verschmelzung wurde seit Monaten von einer bankinternen Arbeitsgruppe unter dem Codenamen "Max Blue" vorbereitet.

Am Donnerstag will Vorstandssprecher Rolf Breuer die Neuordnung auf einer Pressekonferenz verkünden. Damit sind alle Pläne, die Bank 24 auszugliedern und schrittweise an die Allianz zu verkaufen, vom Tisch. Bei der geplanten und schließlich gescheiterten Fusion Deutsche Bank/Dresdner Bank war dieser Plan Teil der Überlegungen. Bereits mit dem Investmentbanking war die Deutsche Bank ähnlich verfahren. Nach der Übernahme der britischen Investmentbank Morgan Grenfell (1989) bestand das Institut zunächst unter dem Namen Deutsche Morgan Grenfell als autonom geführte Bank weiter, heißt heute aber Deutsche Bank und untersteht dem für das Investmentbanking zuständigen Vorstand in Frankfurt.