Deutsche Bank Dividende steigt, Fusionsflirt gestoppt
Frankfurt am Main - Der Gewinn nach Steuern betrage für Oktober bis Dezember 436 Millionen Euro, teilte Deutschlands größte Bank mit. Im Vorjahr fiel im selben Zeitraum noch ein Verlust von 105 Millionen an. Für 2003 ergibt sich ein Konzerngewinn von 1,4 Milliarden Euro, nach bescheidenen 397 Millionen Euro im Jahr davor. Die Aktionäre sollen nach dem Gewinnsprung eine auf 1,50 Euro pro Aktie erhöhte Dividende erhalten. Bisher betrug die Ausschüttung 1,30 Euro pro Aktie.
Bank-Chef Josef Ackermann sagte: "Das Jahr 2004 hat gut begonnen und wir sind zuversichtlich, dass unsere Wachstumsziele - falls die Weltwirtschaft und die finanziellen Märkten sich weiterhin positiv entwickeln - erreichbar sind." Die Bank will mittelfristig eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25 Prozent erreichen. 2003 war sie mit 13 Prozent noch weit entfernt von diesem Ziel.
Die Deutsche Bank hat als erste der heimischen Großbanken ihr Jahresergebnis vorgelegt und dürfte dabei die inländische Konkurrenz hinter sich lassen. Der Weltmarktführer Citigroup aber hatte im Schlussquartal 2003 mit 4,76 Milliarden Dollar ein vielfaches des gesamten Jahresüberschusses der Deutschen Bank eingefahren.
Politische Bedenken stoppen Verhandlungen
Wie die Nachrichtenagentur Reuters und die "Financial Timnes" berichtet, hatte es zuletzt im Januar Vorgespräche der beiden Großbanken gegeben. Ackermann habe diese jedoch abgebrochen, da aus seiner Sicht eine Übernahme durch die Citigroup politisch nicht durchsetzbar gewesen wäre.
Die Deutsche Bank gab dazu zunächst keinen Kommentar ab. Ackermann - der sich am Freitag wieder vor dem Düsseldorfer Landgericht im Mannesmann-Prozess verantworten muss - wird die vorläufigen Jahresergebnisse auf einer Pressekonferenz ab zehn Uhr in Frankfurt erläutern und sich wohl auch zu den Kontakten mit der Citigroup äußern.
Im Jahr 2003 hat die Deutsche Bank ihre Risikovorsorge im Kreditgeschäft auf 1,1 Milliarden Euro nahezu halbiert. Die für die Refinanzierung und Einstufung durch die Rating-Agenturen mit entscheidende Kernkapitalquote sei zum Jahresende von 9,6 auf 10,0 Prozent gestiegen. Sie liegt damit über der von der Bank angepeilten Spanne von acht bis neun Prozent. Die Bank gab zunächst keinen Ausblick auf die Geschäftsentwicklung 2004.