Deutsche-Bank-Einstieg: Iran-Geschäfte gefährden Oppenheim-Deal - DER SPIEGEL
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Deutsche-Bank-Einstieg Iran-Geschäfte gefährden Oppenheim-Deal

Eigentlich ein feiner Coup: Der mögliche Einstieg der Deutschen Bank bei der strauchelnden Privatbank Sal. Oppenheim. Doch nach Informationen des SPIEGEL liegt auf den Konten einer Oppenheim-Tochter iranisches Staatsgeld. Das könnte den Deal platzen lassen.
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Hamburg - Staatliche Institutionen Irans haben nach SPIEGEL-Informationen Auslandsguthaben in Milliardenhöhe bei der Frankfurter BHF-Bank, seit 2005 eine Tochter von Sal. Oppenheim, angelegt. Die bisher geheim gehaltenen Geschäfte mit den Mullahs könnten den Einstieg der Deutschen Bank  bei der größten Privatbank Europas behindern.

Denn auf Druck der US-Regierung hat die Deutsche Bank gerade die Geschäfte mit Iran radikal nach unten gefahren. Sal. Oppenheim braucht bis Ende August 300 Millionen Euro. Der Bedarf ist so groß, dass auch der staatliche Rettungsfonds Soffin auf Geheiß der Bankenaufsicht einen Einstieg prüfte.

In der letzten Woche wurde bekannt, dass die Deutsche Bank bereits ein unverbindliches Beteiligungsangebot vorgelegt hat. Damit droht das 1789 gegründete Traditionshaus Sal. Oppenheim zum ersten Mal seit 220 Jahren seine Unabhängigkeit zu verlieren. Und auch wenn von einer "strategischen Partnerschaft" die Rede ist, für Beobachter ist klar: Matthias Graf von Krockow, Gesellschafter-Sprecher von Sal. Oppenheim, hat die weiße Flagge gehisst. Das Management der Bank-Manager stünde offensichtlich "mit dem Rücken zur Wand", sagt ein Analyst. "Es ist ganz klar: Das ist eine Rettungsaktion der Deutschen Bank."

Deren Vorteil: Sollten die Oppenheim-Bücher nicht immer noch vollgestopft sein mit untragbaren Risiken, könnte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann einen kleinen aber feinen Coup landen. Angesichts der aktuellen Lage dürfte der Einkauf ein Schnäppchen werden. Denn die Investition ist vielversprechend: Das eigentliche Geschäft der Privatbank "ist ja eigentlich gut", sagt der Analyst.

Krockow konzentrierte das feine Geldhaus auf die Geschäftsfelder Investmentbanking und Vermögensverwaltung. Sal. Oppenheim wuchs rasant. Das verwaltete Vermögen vervielfachte sich von einigen wenigen Milliarden zwischenzeitlich auf satte 160 Milliarden Euro. Vor allem alteingesessene Unternehmerfamilien schätzten die stille Effizienz des Hauses. Die Übernahme der BHF-Bank machte das Geldinstitut dann mit einem Schlag zur Nummer eins der europäischen Privatbanken.

Doch in der Finanzkrise ging es bergab. 2008 musste der erste Verlust der Nachkriegsgeschichte ausgewiesen werden. Bei der IKB  -Pleite und beim Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers   hatte das Geldhaus Unsummen verloren. Dann kaufte sich Sal. Oppenheim auch noch mit 30 Prozent bei Arcandor   ein, als der Konzern schon mächtig wankte.

Sal. Oppenheim steuerte bereits gegen in den schlimmsten Problemfeldern: Risikobeteiligungen und Private-Equity-Aktivitäten wurden in eine neue Gesellschaft ausgelagert, das Derivate-Geschäft kräftig zusammengestutzt. Trotzdem wurden in den vergangenen Wochen die Gerüchte immer lauter, Oppenheim brauche frisches Kapital. Ein Gang zum Staatsfonds Soffin hätte das Image der Privatbanker aber wohl ziemlich ramponiert.

Sal. Oppenheim: Chronik einer Traditionsbank

sef