Deutsche Bank Ex-Verfassungsrichter Kirchhof wird Aufsichtsrat
Frankfurt am Main - Im Aufsichtsrat der Deutschen Bank gibt es einen Wechsel. Das langjährige Mitglied Ulrich Cartellieri (67) hat am Donnerstag dem Aufsichtsrat seinen Rücktritt mitgeteilt. Grund seien unterschiedliche Auffassungen über die Strategie der Bank, teilte die Deutsche Bank in Frankfurt mit. Nach 34 Jahren Jahren verlässt Cartellieri damit wie erwartet das Bankhaus. Sein Nachfolger wird der Direktor des Instituts für Finanz- und Steuerrecht, der ehemalige Verfassungsrichter Paul Kirchhof.
Viele Beobachter hatten für einen international erfahrenen Großbanker als neuen Aufseher der Deutschen Bank plädiert. Ein dem Aufsichtsratschef Rolf Breuer nahe stehender Manager beurteilte das erwartungsgemäß anders: "Kirchhof ist renommiert und genießt großes Ansehen, er ist der Richtige."
Der 67-jährige Cartellieri kam 1997 in den Aufsichtsrat der Bank, nachdem er 16 Jahre als Vorstand die Strategie des Geldinstituts mitgeprägt hatte und galt als Hauptwidersacher von Bankchef Josef Ackermann.
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Bereits im September hatte das manager-magazin gemeldet, Cartellieri werde die Bank verlassen, da er die Strategie von Ackermann nicht mehr mittragen wolle. Cartellieri wollte die Position der Deutschen Bank im Inland stärken und hatte noch im Sommer darauf gedrängt, die Postbank zu übernehmen. Nach einer kurzen Prüfung hatte der erweiterte Vorstand der Deutschen Bank - die zu diesem Zeitpunkt ausgerechnet den Börsengang der Postbank mit vorbereitete - diese Transaktion aber abgelehnt.