Deutsche Bank: Hauptversammlung wird Ackermanns Festtag - DER SPIEGEL
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Deutsche Bank Hauptversammlung wird Ackermanns Festtag

Bei den glänzenden Zahlen dürfte Widerspruch die Ausnahme bleiben - morgen stellt sich Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auf der Hauptversammlung den Aktionären. Diese erwarten allenfalls Antworten, wie die Bank auf die jüngsten Großfusionen der Branche reagieren will.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Erst am Sonntag war bekannt geworden, dass die italienische Unicredit   dank Übernahme zur zweitgrößten europäischen Bank aufsteigt. Zuletzt hatte Ackermann betont, dass sich die Deutsche Bank   nicht zu Fusionen oder Großkäufen gezwungen sehe.

Unabhängig von der Frage über die strategische Ausrichtung kann sich Ackermann nach einer Serie von Rekordergebnissen auf freundliche Beiträge von Aktionärsvertretern freuen. Vor allem dank der florierenden Kapitalmärkte hatte die größte deutsche Bank im ersten Quartal 2007 ihren Gewinn nach Steuern um 29 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro gesteigert. Im Rekordjahr 2006 hatte der Gewinn um 70 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro zugelegt.

Die Aktie der Deutschen Bank kletterte seit Mitte März um 26 Prozent auf rund 116 Euro. Ihre Aktionäre will die Deutsche Bank in diesem Jahr kräftig am Gewinn beteiligen und der Hauptversammlung eine Dividende von 4,00 Euro je Aktie vorgeschlagen - 60 Prozent mehr als im Vorjahr, als 2,50 Euro gezahlt wurden.

Kirch läutet neue Runde im Dauer-Schlagabtausch ein

Ärger droht dem Vorstand dagegen von Seiten der Ehefrau des früheren Medienzaren Leo Kirch, Ruth Kirch. Sie will auf der Hauptversammlung beantragen, dass die geplante Auszahlung der Dividende für das Jahr 2006 gestrichen wird. In dem von der Deutschen Bank veröffentlichten Gegenantrag Kirchs heißt es, die Bank habe bisher keine Rückstellungen gebildet, aus denen sie die Schadenersatzforderungen ihres Ehemannes begleichen könne.

Dieser hatte gestern eine neue Runde im Schlagabtausch mit der Deutschen Bank eingeläutet: Beim Landgericht München hatte der 80-jährige eine Klage auf 1,6 Milliarden Euro Schadenersatz eingereicht. Die Deutsche Bank hält die Forderung für unbegründet.

Hintergrund ist ein Fernsehinterview des damaligen Bank-Chefs Rolf Breuer aus dem Jahr 2002, in dem dieser die Liquidität der Kirch-Gruppe angezweifelt hatte. Damit, so argumentieren Kirchs Anwälte, habe die Deutsche Bank die Pleite der KirchMedia erst ausgelöst. Kirch hält die Erfolgsaussichten seiner Klage für groß, wie sein Sprecher sagte. 2006 hatte der Bundesgerichtshof festgestellt, dass die Deutsche Bank und Breuer grundsätzlich schadensersatzpflichtig sind. Die Schadenersatzpflicht gelte jedoch nur für eine Kirch-Tochterfirma, mit der die Bank einen Kreditvertrag hatte. Über die Höhe der Zahlung müssen nun die Münchner Richter entscheiden.

mik/AP