Deutsche Bank Kirch fordert weitere Milliarden
Frankfurt am Main - Über die KGL Pool GmbH will Kirch weitere rund 2,0 Milliarden Euro Schadenersatz vor dem Landgericht München durchsetzen, wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires unter Berufung auf ein Schreiben von Kirchs Kanzlei Bub, Gauweiler & Partner berichtet. Die Deutsche Bank soll die Schäden bis zum 12. Februar begleichen, ansonsten werde Kirch die Ansprüche gerichtlich geltend machen.
Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte heute den Eingang der Forderung Kirchs. Das Schreiben sei der Deutschen Bank zu Wochenbeginn zugesandt worden. Gleichzeitig wies der Sprecher Forderungen als "substanzlos" zurück. Es handle sich um die Fortsetzung des Versuchs von Kirch, von den eigentlichen Ursachen für den Zusammenbruch seines Unternehmens abzulenken, teilte die Bank mit. Einer etwaigen Klage werde man "entschlossen entgegentreten".
Bereits Mitte Januar hatte Kirch Schadenersatz in Höhe von 1,4 Milliarden Euro für Schäden gefordert, die der PrintBeteiligungs GmbH, einer Tochter der KirchGruppe entstanden seien. Vom Bundesgerichtshof hatte Kirch Ende Januar 2006 zwar grundsätzlich die Möglichkeit auf Schadenersatz zugesprochen bekommen - allerdings hatte der BGH den möglichen Schadenersatz zugleich auf PrintBeteiligungs GmbH begrenzt, mit der die Deutsche Bank tatsächlich eine Vertragsbeziehung unterhielt.
Außenstehende Anwälte zeigten sich deshalb verwundert, warum Kirch nun für andere Gesellschaften als die PrintBeteiligungs GmbH Schadenersatz fordert. Die Summe von zwei Milliarden Euro beruht auf entgangenen Kursgewinnen der Anteile an der ProSiebenSat.1 Media AG, die Kirch über diverse Gesellschaften gehalten hat. Nach der Insolvenz der Kirch-Gruppe hatte der Insolvenzverwalter die Aktien verwertet.
Auch die erneuten Forderungen richten sich gesamtschuldnerisch gegen die Deutsche Bank und ihren früheren Vorstandssprecher Rolf Breuer. Kirch liegt bereits seit einiger Zeit im Clinch mit der Deutschen Bank. Der Medienmanager macht das Institut für den Zusammenbruch seines Medienimperiums verantwortlich.
mik/Reuters/Dow Jones/ddp