Deutsche Bank: Klage wegen "Vertrauensbruchs" droht - DER SPIEGEL
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Deutsche Bank Klage wegen "Vertrauensbruchs" droht

Die Deutsche Bank steht unmittelbar vor einem neuen Rechtsstreit mit der Supermarktkette Delhaize. Das Institut, von den Belgiern als Berater engagiert, soll internes Wissen für eigene Zwecke missbraucht und an die Konkurrenz weitergeleitet haben.
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Frankfurt am Main/Paris - Philippe Bouriez, Chef der belgisch-französischen Handelsholding, sagte der "Süddeutschen Zeitung", es sei sehr wahrscheinlich, dass die Klage wegen Vertrags- und Vertrauensbruches kurzfristig eingereicht werde. Offenbar sind nur noch einige technische Details zu klären. Wie der Rechtsstreit ausgehen könnte, ist nach Ansicht von Rechtsexperten völlig offen. Die Handelsholding Delhaize, zu der neben der gleichnamigen Marktkette auch die Cora-Großmärkte und die Gartencenter-Kette Truffaut gehören, ist in Nordfrankreich und Belgien einer der führenden Einzelhändler. Delhaize hatte bereits im Januar eine erste Klage gegen die Deutsche Bank eingereicht.

Bouriez wirft der Bank   vor, dass sie im Oktober 2001 eine 40-Prozent-Beteiligung an der Delhaize-Holding für 800 Millionen Euron erworben und der Casino-Handelskette eine fünfjährige Kaufoption für diese Anteile eingeräumt hat. Das Pikante: Casino ist ein Konkurrent von Delhaize. Und die Deutsche Bank war nach Delhaizes Darstellung zuvor als Berater für einen ganz anderen Zweck beauftragt worden.

Bouriez wollte die 40 Prozent, die zuvor seiner Familie gehörten, nach einem Streit aber an den französischen Handelsriesen Carrefour gefallen waren, nämlich selbst zurückerwerben. Delhaize hatte Carrefour zunächst 400 Millionen Euro geboten, dieses Angebot wurde jedoch abgelehnt. Bouriez engagierte daraufhin die Deutsche Bank als Berater. Sie habe prüfen sollen, welchen Kaufpreis Delhaize realistischerweise für den Rückerwerb der Anteile zahlen könne. Sechs Monate lang, so Bouriez, hätten die Banker über den Büchern des Einzelhändlers gebrütet und vertrauliche Gespräche mit Mitarbeitern geführt. Dass die Deutsche Bank die Anteile dann selbst für 800 Millionen Euro gekauft habe, sei ein Schock für ihn und seine Firma gewesen, sagte Bouriez der Zeitung.

Die Deutsche Bank weist dem Bericht zufolge die Vorwürfe zurück. Delhaize vermenge Dinge, die nichts miteinander zu tun hätten. Man sehe der Klage gelassen entgegen.