Deutsche Bank: Milliardenverlust droht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Deutsche Bank Milliardenverlust droht

Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer droht ein peinliches Verlustgeschäft in Höhe von einer Milliarde Dollar. Das Geldhaus hat eine Hochzinsanleihe ausgegeben, die keine Investoren findet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Der drohende Verlust stammte aus einem Engagement bei dem Mobilfunkanbieter MainStream PCS Holdings, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ). Die Deutsche Bank habe riskante Hochzinsanleihen (Junk Bonds) für das Unternehmen begeben, für die sich nun keine Käufer finden.

Solche Risikokapital-Anleihen werden in der Regel von Schuldnern mit schlechter Bonität begeben. Dennoch können diese Anleihen für Großinvestoren ein gutes Geschäft sein, da sie in der Regel sehr gut verzinst sind.

Doch die Junk Bonds von MainStream will offenbar keiner haben. Bislang konnte das Unternehmen noch keine Investoren finden.

Mehrere Investmentbanken an der Wall Street, darunter JP Morgan und die Chase Manhatten, hatten dem Bericht zufolge die Platzierung von 1,5 Milliarden Dollar in Junk Bonds und Syndicated Loans abgelehnt.

Die Anleger betrachteten die Anleihen angesichts des harten Wettbewerbs im Mobilfunk-Markt als zu risikoreich.

Die Deutsche Bank habe mit einem Angebot für Syndicated Loans über 1,025 Milliarden Dollar und einem Überbrückungskredit über 435 Millionen Dollar für MainStream das Rennen gemacht. Finden sich weiterhin keine Investoren, muss der deutsche Branchenprimus schlimmstenfalls einen Verlust in Höhe der Anleihen hinnehmen.

Das Unternehmen und seine Banken arbeite laut WSJ aber daran, die Finanzierung zu restrukturieren, um die Junk Bonds doch noch an den Markt zu bringen.

MainStream war im April gegründet worden, um Mobilfunk-Beteiligungen in den US-Städten Chicago und Cincinnati aufzukaufen. Diese Anteile hatten die Unternehmen Bell Atlantic, GTE und Vodafone zuvor abgestoßen, um das Mobilfunk-Joint-Venture Verizon Wireless zu gründen.