Deutsche Bank Nur geringe Abwertung bei Immobilienfonds
Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank sieht bei ihrem eingefrorenen Krisenfonds Grundbesitz-Invest gemessen am Gesamtvolumen nur einen vergleichsweise geringen Abwertungsbedarf. Er betrage nach einer Untersuchung unabhängiger Sachverständiger 147 Millionen Euro oder 2,4 Prozent, teilte die Konzerntochter DB Real Estate mit.
Für deutsche Objekte des Fonds insgesamt ergäbe sich eine Abwertung um 222 Millionen Euro oder durchschnittlich 5,7 Prozent, erklärte DB Real Estate. Die ausländischen Objekte des Fonds seien dagegen um insgesamt 76 Millionen Euro oder durchschnittlich 3,3 Prozent aufgewertet worden.
Damit fällt die Korrektur niedriger aus als erwartet. Beobachter hatten zuletzt eine in etwa doppelt so hohe Wertberichtigung erwartet. Der Fonds werde wie geplant morgen wieder eröffnet, hieß es weiter. Mit Spannung wird nun erwartet, ob Anleger sich in Scharen von ihren Fondsanteilen trennen werden. Die meisten Experten rechnen wegen der moderat ausgefallenen Abwertung jedoch damit, dass sich die Märkte insgesamt wieder beruhigen.
Holger Naumann, Geschäftsführer der DB Real Estate, führte den geringen Abwertungsbedarf auf die breite Streuung des Fonds zurück, der zu 60 Prozent in Deutschland und zu 40 Prozent im europäischen Ausland investiert ist. Künftig solle der Auslandsanteil weiter erhöht werden.
Die Deutsche Bank hatte Grundbesitz-Invest ihn im Dezember geschlossen, nachdem Anleger massenhaft Anteile zurückgegeben hatten. Es war die bis dato erste Schließung eines offenen Immobilienfonds, was der Bank harsche Kritik von Anlegern und Konkurrenten eingebracht hatte. Infolge der Aktion waren Investoren auch aus anderen Fonds geflüchtet.
Infolge der Schließung waren Investoren auch aus anderen Fonds geflüchtet. Allein im Januar zogen Anleger netto 4,2 Milliarden Euro aus offenen Immobilienfonds ab, ein weiterer Anbieter musste die Anteilsrücknahme für zwei Fonds zeitweise stoppen.
suc/Reuters/dpa-AFX