Deutsche Bank: Schrumpfkur geht weiter - DER SPIEGEL
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Deutsche Bank Schrumpfkur geht weiter

Nach den Worten von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sind noch mehr Arbeitsplätze in Gefahr als bisher angekündigt. Auch Beteiligungen sollen abgestoßen werden.
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Frankfurt am Main - Der entscheidende Ansatz ist für den neuen Bank-Chef die Steigerung der Gewinne über Kostenreduzierung und den Verkauf von Industrie- und Finanzbeteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Bislang hatte der Vorstand bekannt gegeben, dass die Konzernbelegschaft um 9200 Personen reduziert werde. "Ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen ist nicht auszuschließen", sagte Ackermann nun bei einem Pressegespräch. Weitere Kürzungen, sofern sie in Deutschland anstünden, sollen weit gehend ohne Kündigungen erfolgen.

Auch die Auslagerung wichtiger Dienstleistungen wie die Rechenzentrale steht zur Diskussion. Darüber seien aber noch keine Entscheidungen gefallen, sagte Ackermann. Hier gelte es allerdings, mögliche Gefahren für Vertraulichkeit und Zuverlässigkeit genau zu prüfen.

Die Gründe für die aktuelle Ertrags- und Börsenschwäche der Deutschen Bank liegen nach Darstellung von Ackermann im Expansionsdrang des Instituts seit Mitte der 90er Jahre. Um Marktanteile zu kaufen und neue Geschäftsfelder zu besetzen, habe die Bank ganze Institute oder Beteiligungen übernommen. Die zusätzlichen Gewinne seien aber durch noch höhere Kosten überkompensiert worden. Diesen Trend gelte es nun ins Gegenteil zu drehen.

Nur mit höheren Gewinnen und Aktienkursen könne die Deutsche Bank aus der Position der Stärke heraus agieren. Deshalb bestehe unter dem Druck der Aktienmärkte der Zwang, die Wirtschaftlichkeit in den Mittelpunkt zu stellen. Dies erfordere auch vom Vorstand ein hohes Maß an Disziplin, um selbst attraktive Gelegenheiten vorübergehen zu lassen, um nicht wieder Kapital durch Zukäufe zu binden. "Jetzt ist keine Zeit für Träumereien, jetzt gilt es, gutes Handwerk zu machen und die Aktienbewertung zu verbessern", so Ackermann.

Erst nach Abschluss dieser Phase und der Herausbildung einer einheitlichen Unternehmenskultur könne die Deutsche Bank wieder an Expansion und Übernahmen denken. "Mit der Fortsetzung des alten Kurses wären wir weiter gewachsen, aber zu einem potenziellen Übernahmekandidaten geworden".