Deutsche-Bank-Stellenabbau Auch Ackermanns Lieblinge leiden
Frankfurt am Main - Wie das "Handelsblatt" berichtet, ist nun der Abbau von 600 Jobs in der Investment-Banking-Sparte CIB vorgesehen. Damit würde der Stellenabbau bei der Bank forciert, die insgesamt 9500 Jobs streichen und so zwei Milliarden Euro Kosten eliminieren will.
Dem Bericht zufolge sind von den aktuellen Stellenstreichungen die Experten für Informationstechnologie (IT) im Bereich Global Technologies & Operations betroffen. Gestrichen würde an den Standorten in Asien, London und New York. Der Plan, so der Bericht weiter, sei noch vom alten Führungsduo ausgearbeitet worden, das heute auf der Hauptversammlung aus den Ämtern scheidet: Vorstandssprecher Rolf Breuer und Aufsichtsratschef Hilmar Kopper. Insbesondere Breuer, der nun Koppers Posten übernimmt, sei überzeugt, dass sich im IT-Bereich viele "Altlasten" angesammelt hätten.
Auch im kontinentalen Europa steht der IT-Bereich den Angaben zufolge vor tief greifenden Reformen. Das Management und insbesondere Vorstandsmitglied Hermann-Josef Lamberti prüften gar, die IT-Sparte nach dem Vorbild von J.P. Morgan Chase mitsamt Mitarbeitern an einen externen Dienstleister wie IBM oder EDS auszulagern. In Deutschland rege sich bei der überwiegenden Mehrheit der 750 betroffenen Mitarbeiter heftiger Widerstand gegen diese Outsourcing-Pläne.
Der Stellenabbau und die damit verbundenen Einsparungen werden zu den wichtigsten Themen auf der Hauptversammlung der Bank zählen. In bislang drei Gegenanträgen fordern Aktionäre und Aktionärsvertreter, zum Teil unter Hinweis auf den Job-Abbau, den Vorstand und Aufsichtsrat nicht zu entlasten.
Die Deutsche Bank wiederum will sich von ihren Anteilseignern erneut einen Rückkauf eigener Aktien genehmigen lassen, um bis Ende September 2003 bis zu zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb eigener Aktien soll über die Börse oder durch ein öffentliches Kaufangebot an die Aktionäre erfolgen. Die Aktionäre sollen den Vorstand zudem ermächtigen, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die Aktien anderweitig weiterzuverkaufen, soweit dies zu dem Zweck erfolgt, Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen zu erwerben.
Beobachter erwarten außerdem Prognosen von Breuer zum Verlauf des Geschäftsjahres 2002. Bei der Bilanzvorlage im März hatte Breuer bereits erklärt, die Deutsche Bank stehe vor einem schwierigen Jahr. Die für die zweite Jahreshälfte erwartete Belebung der Weltwirtschaft werde sich aber positiv auf die Ertragslage auswirken.