Deutsche Bank: Teurer Griff nach US-Broker - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Deutsche Bank Teurer Griff nach US-Broker

Konzernchef Rolf Breuer will wieder in Amerika zuschlagen. Er plant, die National Discount Brokers Group (NDB) zu übernehmen und ist bereit, dafür fast das Doppelte des derzeitigen Aktienkurses zu bezahlen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New Jersey - Die Frankfurter bieten den NDB-Aktionären 49 Dollar pro Papier, bei einem momentanen Kurs von 25,25 Dollar. Der Wert der Transaktion würde sich bei 21 Millionen Aktien auf etwa 2,3 Milliarden Mark belaufen. Die Deutsche Bank ist aber nicht der einzige Bieter. Ein NDB-Sprecher sagte, auch andere Unternehmen seien an strategischen Allianzen oder einer Gesamtübernahme interessiert.

Bereits im Frühjahr hatte sich die Deutsche Bank für 136 Millionen Dollar an NDB beteiligt. Die Frankfurter halten damit bereits 16 Prozent an dem US-Broker, zu dem der Onlinebroker NDB.com und die NDB Capital Markets gehören.

Die NDB steht mit einem Marktanteil von 1,2 Prozent nur auf Platz zehn der größten US-Online-Broker. Dennoch gilt das Unternehmen in Fachkreisen als guter Kauf. NDB verfügt über eine sehr gute technische Basis und ist profitabel. Die NDB Capital Markets gilt als größte "Marktmacherfirma" an der Nasdaq - sie steuert drei Viertel zum gesamten Gruppenumsatz bei.

Mit dem Kauf der NDB-Gruppe kann die Deutsche Bank ihr US-Geschäft weiter ausbauen. Im vergangenen Jahr hatten die Frankfurter bereits die Investmentbank Bankers Trust erworben, die einen besseren Zugang zu den Kapitalmärkten brachte. NDB verschafft nun den Zugriff auf Internettechnik und viele Privatkunden; über NDB.com werden 268.900 Konten bedient, auf denen etwa 11,2 Milliarden Dollar liegen.