Deutsche Bank: Übernahmehunger nicht gestillt - DER SPIEGEL
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Deutsche Bank Übernahmehunger nicht gestillt

Nachdem sich die Deutsche Bank die Berliner Bank einverleibt hat, will das Institut weiter wachsen. Dabei setzt Deutsche Bank-Chef Ackermann primär auf den Heimatmarkt.
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Frankfurt am Main - Nach der Übernahme der Berliner Bank für 680 Millionen Euro ist der Übernahmehunger der Deutschen Bank im Inland nicht gestillt. "Unser Privatkundengeschäft ist eine wichtige Ertragssäule", erklärte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. "Wir wollen dieses Geschäft weiter ausbauen und zugleich unsere führende Position in unserem Heimatmarkt stärken." Die Übernahme der bisher zur Bankgesellschaft Berlin gehörenden Berliner Bank sei ein deutliches Signal für den Heimatmarkt.

Derzeit verkauft die genossenschaftliche DZ Bank die knapp 100 Filialen ihrer Tochter Norisbank. In Medienberichten war auch über ein Interesse der Deutschen Bank spekuliert worden.

Mit dem Zukauf in Berlin nutzt der Branchenprimus eine der seltenen Chancen, seinen Marktanteil im extrem hart umkämpften deutschen Markt zu steigern. Mit der Übernahme kommt die Deutsche Bank in der Bundeshauptstadt auf rund 770.000 Kunden, die in 119 Filialen betreut werden. Überlappungen gebe es kaum, durch die Verbindung beider Häuser ließen sich Ertragssynergien heben, hieß es. Insgesamt werde die Deutsche Bank künftig 3.800 Mitarbeiter in Berlin beschäftigen.

"Strategisch ist das ein sehr guter Schritt", sagte Analyst Olaf Kayser von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). "Es gibt in Deutschland kaum Möglichkeiten, im Privatkundengeschäft zu wachsen, deshalb ist der Preis auch hoch." Die Berliner Bank verfüge aber über Kunden von hoher Qualität, deshalb sei der Preis gerechtfertigt. Ihn zu stemmen, sei für die Deutsche Bank kein Problem. Andreas Weese von der HVB ergänzte, er habe eher mit einem Preis von 400 bis 500 Millionen Euro gerechnet. "Ich glaube, dass man hier auch ein Signal setzen wollte, dass man den Heimatmarkt nicht vernachlässigen will", ergänzte er.

Nach Angaben der Bankgesellschaft sollen alle Arbeitsplätze der Berliner Bank - nach früheren Angaben etwa 1200 - sowie die 60 Filialen des Instituts erhalten bleiben. Die Berliner Bank betreut 307.000 Privat- und 13.000 Geschäftskunden. Im Zuge des Verkaufs wird sie aus dem Bankgesellschaft-Konzern ausgegliedert und mit einem Eigenkapital von 172 Millionen Euro ausgestattet.

Die Bankgesellschaft musste die Berliner Bank mit ihren 14.000 Firmen- und 318.000 Privatkunden auf Druck der EU verkaufen, nachdem das Land Berlin den Mutterkonzern 2001 mit milliardenschweren Beihilfen vor dem Zusammenbruch gerettet hatte. Bis Ende 2007 muss sich das Land Berlin in einem weiteren Schritt von seinem 81-prozentigen Anteil an der Bankgesellschaft trennen.

tim/Reuters