Deutsche Börse Letzte Chance für Porsche
Stuttgart - Börsenvorstand Christoph Lammersdorf sagte dem "Handelsblatt", Porsche sei auf die Deutsche Börse zugekommen, derzeit liefen Gespräche auf Vorstandsebene. Am 7. August entscheidet die Börse, ob Porsche aus dem M-Dax ausscheiden muss. Die Deutsche Börse hatte Porsche mehrfach mit Herausnahme aus dem M-Dax gedroht, sollte der Sportwagenhersteller nicht seine Quartalsergebnisse öffentlich machen. Dies lehnt Porsche mit dem Hinweis auf das im Jahresverlauf stark schwankende Autogeschäft bisher ab.
"Wenn wir doch noch eine vernünftige Regelung finden, gibt es keinen Rauswurf", sagte Lammersdorf. Zunächst müsse sich Porsche jedoch grundsätzlich bereit erklären, Quartalsergebnisse vorzulegen. Bei der Ausgestaltung der Berichte ließen sich dann Kompromisse finden. Allerdings hat die Börse dem Bericht zufolge auch hier einige Eckpunkte festgelegt, auf die sie nicht verzichten will, darunter Gewinn- und Verlustrechnung mit Nennung des Jahresüberschusses, Zahl der Mitarbeiter und Kapitalflussrechnung. Porsche habe zwar durchaus Interesse an einem Kompromiss, tue sich aber schwer, seine offensiv vertretene Position aufzugeben, hieß es dem Bericht zufolge in Frankfurter Finanzkreisen.
Wenn die Deutsche Börse einen Kompromissvorschlag zum Thema Quartalsberichterstattung und weitere Zugehörigkeit zum M-Dax vorlege, werde Porsche den Vorschlag "selbstverständlich prüfen", sagte ein Porsche-Sprecher am Dienstag.
Der Porsche-Sprecher wies darauf hin, dass der Sportwagenhersteller die Öffentlichkeit permanent über seine wirtschaftliche Entwicklung informiere, so etwa durch die monatliche Veröffentlichung der für das Unternehmen wichtigen US-Absatzzahlen.