Deutsche Börse Mega-Ärger wegen Gigabell?
Frankfurt am Main - Dies kündigte Rechtsanwalt Heinz Steinhübel an, der rund 30 Gigabell-Anleger vertritt. Nach Auffassung Steinhübels war Gigabell noch nicht "börsenreif". Die Deutsche Börse habe ihre Pflichten verletzt, sagte der Anwalt bereits in der vergangenen Woche gegenüber manager-magazin.de. "Bei ordnungsgemäßer Prüfung des Gigabell-Prospekts hätte die Börse zu dem Ergebnis kommen müssen, dass er unvollständig war", ergänzte Steinhübel am Montag gegenüber der "Financial Times Deutschland".
Das Frankfurter Telekommunikationsunternehmen hatte am 15. September des vergangenen Jahres wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt. Nur 13 Monate nach dem Börsengang waren die gesamten Finanzen aufgezehrt. Im Februar 2001 wurde Gigabell die Zulassung zum Neuen Markt entzogen.
Die Aktionäre wollen nun mit einer Klage gegen die Börsen oder Konsortialbanken doch noch einen Ausgleich für ihre Verluste bekommen. Diese Klage gegen die Börse ist kein Einzelfall. Auch in Sachen Deutsche Telekom wird dieser Ansatz derzeit von einigen Anwälten verfolgt.
"Das Schreiben geht in wenigen Tagen raus", sagte Anwalt Steinhübel. Komme keine Einigung zustande, werde er voraussichtlich Ende September Klage einreichen. Diese würde sich indirekt auch gegen das Land Hessen richten. Bislang wurden Schadenersatzprozesse meist gegen Großaktionäre und Vorstände von Unternehmen geführt.