Deutsche/Dresdner Bank-Fusion Das Desaster
Frankfurt am Main - Die Dresdner Bank hatte gestern überraschend die Fusion abgesagt, weil die Deutsche Bank die Dresdner-Investmentsparte Kleinwort Benson nach dem Zusammenschluss verkaufen wollte.
Mit Spannung wird am Bankenplatz Frankfurt erwartet, wie der Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer nun die Zukunft seines Unternehmens skizzieren wird. Breuer hatte die Deutsche Bank mit der Übernahme der Dresdner Bank auch in der ertragsreichen Sparte Investmentbanking in die Weltspitze führen wollen.
Das Scheitern der Fusionspläne war an der Börse durchaus positiv aufgenommen worden. Die Aktien sowohl der Deutschen Bank als auch der Dresdner Bank hatten gestern deutlich über vier Prozent zugelegt, obwohl der Gesamtmarkt im Minus war.
Allerdings äußerten Analysten die Sorge, die Banken hätten mit dem Scheitern ihrer Fusionspläne schweren Imageschaden genommen. Die Mitarbeiter in den Filialen und im Investmentbereich sowie die Kunden seien verunsichert worden, ohne dass ein greifbares Ergebnis herausgekommen sei. Zudem sei es kein gutes Zeugnis für professionellen Fusionsberater, wenn ihre eigene Fusion so spektakulär platze.
Nach Darstellung der Dresdner Bank wurde die Verabredung einer "Fusion unter gleichen Partnern" von der Deutschen Bank missachtet. Damit sei dem Projekt die Vertrauensbasis entzogen worden. Breuer sagte dagegen, es sei nie eine gleichberechtigte Fusion geplant gewesen. Das sei ein Missverständnis.