Deutsche Industrie: Investitionsboom überrascht Experten - DER SPIEGEL
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Deutsche Industrie Investitionsboom überrascht Experten

Wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer hatten Experten einen Boom für die letzten Monate des Jahres vorhergesagt. Doch die Prognosen galten eher für Konsum- als für Investitionsgüter. Doch ausgerechnet die verzeichnen für den August eine überraschend hohe Nachfrage.
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Berlin - Die Unternehmen verzeichneten saisonbereinigt 3,7 Prozent mehr Orders als im Juli, wie das Bundeswirtschaftsministerium heute mitteilte. Zudem wurde der Auftragseingang im Juli auf ein Plus von 2,1 von zunächst gemeldeten 1,8 Prozent revidiert.

Montage eines Großdieselmotors von MAN: Aussichten weiter verbessert

Montage eines Großdieselmotors von MAN: Aussichten weiter verbessert

Foto: DDP

"Die Aussichten für eine durch die Investitionsentwicklung getragene anhaltend dynamische Industriekonjunktur in den kommenden Monaten haben sich damit weiter verbessert", erklärte ein Sprecher des Ministeriums.

Analysten hatten für August im Schnitt einen Rückgang um 0,5 Prozent erwartet. Auch die optimistischste Schätzung der 47 von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Experten lag nur bei plus 1,0 Prozent. Der HVB/Reuters-Indikator auf Grundlage der Daten aus Bayern und Nordrhein-Westfalen hatte ein Plus von 0,9 Prozent vorhergesagt. Von AFX befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Auftragsrückgang von 0,2 Prozent gerechnet.

"Die maßgeblichen Impulse für die Zunahme der Bestelltätigkeit kamen zuletzt - wie bereits im Monat zuvor - wieder aus dem Bereich der Investitionsgüterproduzenten", erklärte das Ministerium. Die Hersteller von Investitionsgütern meldeten einen kräftigen Zuwachs der Bestelltätigkeit um 5,9 Prozent zum Vormonat. Das Ordervolumen bei den Konsumgüter- und Vorleistungsgüterproduzenten stieg jeweils um 1,4 Prozent. Die Nachfrage kam sowohl aus dem Inland mit einem Plus von 3,3 Prozent als auch erneut etwas stärker aus dem Ausland mit einem Plus von 4,0 Prozent.

Der Auftragseingang ist neben der Produktion der wichtigste realwirtschaftliche Konjunkturindikator. Wegen Großaufträgen kann er von Monat zu Monat stark schwanken. Im stabileren Zweimonatsvergleich August/Juli zu Juni/Mai legten die Bestellungen 4,3 Prozent zu. Die für das Wirtschaftsgeschehen besonders wichtigen Hersteller von Investitionsgütern verzeichneten dem Ministerium zufolge mit einem Plus von 7,3 Prozent den weitaus stärksten Zuwachs in dem Zweitmonatszeitraum.

Nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums haben sich die Aussichten für eine durch die Investitionsentwicklung getragene anhaltend dynamische Industriekonjunktur in den kommenden Monaten damit weiter verbessert.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist dagegen weniger optimistisch. Der OECD-Frühindikator (CLI) sei um 0,1 Punkte auf 109,6 Punkte gefallen, teilte die Organisation heute in Paris mit. Die Aussagekräftigere Sechs-Monatsrate sank um 0,6 Punkte auf 1,8 Punkte. Auch in Deutschland sank der CLI. In den USA blieb der Indikator unverändert.

mik/Reuters/dpa-AFX