Deutsche Post: Angst vor der gelben Gefahr - DER SPIEGEL
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Deutsche Post Angst vor der gelben Gefahr

Mit allen Mitteln macht der US-Logistiker UPS der Post in Amerika das Leben schwer. Nun schlagen die Deutschen zurück und planen die nächste Großakquisition.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Brüssel/Düsseldorf – Die Übernahme von Teilen des Transportkonzerns Airborne steht offenbar bevor. Der Kaufpreis für das Bodengeschäft des Luftlogistikers soll leicht über eine Milliarden US-Dollar liegen, berichtet das "Wall Street Journal Europe" unter Berufung auf verhandlungsnahe Kreise. Im Laufe der Woche wollen die Verantwortlichen den Abschluss des Geschäfts verkünden, hieß es weiter. Demnach soll die Deutsche-Post-Tochter DHL Worldwide Express die Airborne-Aktien übernehmen.

Post-Chef Klaus Zumwinkel hat den Kurs vorgegeben. "Ich will die Nummer eins der Logistik- und Transportbranche werden", sagte der Vorstandsvorsitzende. Mit Bedacht hat Zumwinkel jetzt allerdings die Finger von Airbornes Lufttransportsparte gelassen. Dieser Bereich soll zwar künftig eng mit DHL kooperieren, bleibt aber dennoch als eigenständiges Unternehmen bestehen. Möglicher Grund für dieses Taktieren: Die Post fürchtet den Widerstand der US-Konkurrenz.

Vor allem mit UPS verbindet die Post eine tiefe Abneigung. "Big Brown" kämpft mit allen Mitteln gegen die Expansionspläne des deutschen Logistikers. Schon 1994 beschwerte sich der größte private Paketdienst der Welt in Brüssel, weil die Post ihre Päckchensparte unzulässig subventionieren würde. Mit Erfolg: Im vergangenen Jahr verhängte die EU-Kommission ein Bußgeld von 850 Millionen Euro.

Zudem protestiert UPS beharrlich gegen die Beteiligung der Post an DHL Airways. Weil ausländische Unternehmen maximal 25 Prozent an amerikanischen Fluggesellschaften halten dürfen, legte das US-Unternehmen Beschwerde ein. Ende 2000 schien der Streit jedoch zu Gunsten der Post entschieden. Die Übernahmelizenz wurde erteilt. Doch dann forcierten UPS plötzlich die Lobbyarbeit und verbuchte einen weiteren Sieg. Erst kürzlich nahm das US-Departement of Transportation das Verfahren wieder auf. Im schlimmsten Fall droht der Post der Lizenzentzug für DHL.

Dass Post-Chef Zumwinkel jetzt auf die vollständige Übernahme von Airborne verzichtet, kann angesichts dieser Vorgänge kaum verwundern. Dennoch dürfte auch die jüngste US-Akquisition wieder massive Widerstände beim amerikanischen Erzrivalen hervorrufen. Mit weiteren Querschüssen von UPS ist zu rechnen.