Deutsche Post: Börsengang wegen Übernahmen erst später? - DER SPIEGEL
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Deutsche Post Börsengang wegen Übernahmen erst später?

Deutsche Post im Übernahmefieber: Offenbar bemüht sich der gelbe Riese nun um die Mehrheit am weltgrößten Expressdienstleister DHL. Dadurch muss der geplante Börsengang vielleicht verschoben werden.
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Hamburg - Die Post will Presseberichten zufolge ihren Anteil an dem US-Unternehmen auf 75 Prozent und eine Aktie erhöhen. Derzeit hält der Briefmonopolist bereits 25 Prozent der DHL-Aktien. Das Unternehmen strebe an, 29 Prozent aus dem Besitz von Japan Airlines und aus zwei Investmentfonds der Westdeutschen Landesbank zu übernehmen, berichtet die "Financial Times". Weitere 21 Prozent wolle die Post möglicherweise von dem DHL-Management und der Gründerfamilie des Logistikkonzerns erwerben.

Geoffrey Tudor, Sprecher der Japan Airlines, bestätigte die Übernahmeversuche am Donnerstag. Sein Konzern habe eine Offerte der Post über den gesamten Anteil seines Unternehmens an DHL im Juli erhalten. Man werde auf das Angebot noch im September antworten. Nachdem Japan Airlines im Dezember 20 Prozent von DHL an die zwei Investmentfonds verkauft hat, erhöhte sich deren Anteil an DHL auf 23 Prozent. Derzeit halte Japan Airlines somit nur noch sechs Prozent.

Die übrigen 25 Prozent der DHL-Aktien hält die Lufthansa. Bereits im April dieses Jahres hatte die deutsche Fluggesellschaft eine Zusammenarbeit im Luftfrachtbereich mit der Post vereinbart. Der Wert von DHL wird mit 22 Milliarden Euro beziffert.

Die Übernahme müsse bis spätestens Ende September abgeschlossen und verkündet sein, schreibt die Zeitung. Ansonsten könne der Börsenprospekt für den geplanten Börsengang Anfang November nicht rechtzeitig fertig werden. Laut "Handelsblatt" wird in Börsenkreisen bereits befürchtet, dass die Post wegen der Übernahmen den Termin für ihre Erstemission verschieben muss. Ein Sprecher der Post wollte die Medienberichte nicht kommentieren. Er sagte jedoch, dass sich an dem Fahrplan für die Börseneinführung mit dem "Arbeitstermin" 6. November nichts ändere. Auch ein Sprecher von Lufthansa Cargo lehnte eine Stellungnahme ab.

DHL gilt als renditestarkes Logistikunternehmen und käme der Post-Strategie entgegen, das Logistikgeschäft zu stärken. Dabei würde auch der hohe Gewinnanteil der Briefsparte von bislang 95 Prozent auf rund 50 Prozent verringert, hatte Post-Chef Klaus Zumwinkel angekündigt.